Vierte Runde von „Willkommen in Kaiserslautern“ war ein voller Erfolg

Rege Teilnahme an Foto-Aktion im Hohenstaufen-Gymnasium

Nach drei Fotosessions im eigenen Studio ging Thomas Brenner für die vierte Runde seiner Fotoaufnahmen für die Kampagne „Willkommen in Kaiserslautern“ neue Wege. Von 10 bis 16 Uhr war der Fotograf am Samstag mit seiner Ausrüstung im Hohenstaufen-Gymnasium (HSG) vor Ort. Wer Interesse hatte, konnte ohne Voranmeldung einfach vorbeikommen, um sich mit einem Willkommensstatement porträtieren zu lassen. Das Ergebnis: 45 neue Plakate.

„Der Termin war ein voller Erfolg“, so Brenner, „die Stimmung war super.“ Auf besonders großes Interesse sei die Aktion bei den Schülerinnen und Schülern gestoßen – und zwar in doppelter Hinsicht: „Viele Jugendliche haben sich selbst porträtieren lassen, und dabei wirklich tolle Statements abgegeben, die auf die Plakate gedruckt werden“, freut sich der Fotograf über die rege Teilnahme der Teenager. Darüber hinaus bot die Aktion den Schülerinnen und Schülern allerdings auch Gelegenheit, die Arbeit eines Fotografen kennenzulernen und auch einmal selbst Hand anzulegen, etwa beim Archivieren und Nachbearbeiten der Bilder am PC. „Teilweise bildeten sich Menschentrauben um meinen Laptop“, lacht Brenner. „Es war wirklich toll, wie sehr sich die Kids auch für das Drumherum interessiert haben.“

Mit den Fotos vom Samstag wurden bislang nun insgesamt 180 Plakate angefertigt. „Das Feedback auf die Kampagne ist wirklich riesig“, so Brenner. „Nach wie vor melden sich bei mir sehr viele Leute, die ebenfalls ein Statement abgeben möchten.“ Die hohe Nachfrage sei der Grund für den kurzfristig anberaumten Termin am Samstag gewesen. Auch die Ortswahl war indes kein Zufall: Das Thema „Flüchtlinge“ bildet in diesem Jahr einen Schwerpunkt am Hohenstaufen-Gymnasium. In dem Zusammenhang führt die Theater-AG der Schule „Die Rote Zora“ von Kurt Held auf. Das Theaterstück hat am Donnerstag, 16. Juli, und Freitag, 17. Juli 2015 Premiere (zwei Besetzungen), jeweils um 19:30 Uhr in der Aula des HSG.

„Willkommen in Kaiserslautern“ geht in die vierte Runde

Am Samstag, dem 27. Juni, geht die Plakatkampagne „Willkommen in Kaiserslautern“ in die vierte Runde! Sehr viele Menschen rufen bei Thomas Brenner an oder mailen, dass Sie auch ein Statement abgeben möchten. Deshalb ganz kurzfristig zum Wochenende ein weiterer Termin:

Samstag, 27. Juni 2015 von 10:00 bis 16:00 Uhr im Foyer des Hohenstaufen-Gymnasiums, Möllendorfstr. 29, Kaiserslautern

Es bedarf keiner Voranmeldung.
Bei Rückfragen  info@brenner-photographie.com oder 0171 7962226.
Kleidung nach Wahl, nur Oberkörper.
Alle Teilnehmer bekommen einige der Postkarten der Aktion zum Mitnehmen und Verteilen.
Alle Menschen, die an dieser Aktion aktiv teilnehmen möchten, sind herzlich eingeladen, sich photographieren zu lassen und Willkommensstatement für Flüchtlinge abzugeben.
Die Bilder werden in dem identischen CI layoutet und ausgedruckt und auch als pdf zur Verfügung gestellt. Außerdem werden sie hier auf der Seite kl-ist-bunt.de zu sehen sein.

Das alles ist für die Teilnehmer kostenlos, jedoch wäre es schön, wenn Sie uns über den Arbeitskreis Asyl finanziell unterstützen, um diese Öffentlichkeitsarbeit noch lange fortsetzen zu können.
Gerne  diese Info weiter verteilen, Menschen informieren und motivieren!

Weitere Infos finden Sie hier.

Modellprojekt soll sprachliche Hürden zu Flüchtlingen abbauen

Stadt- und Kreisverwaltung nehmen am „Virtuellen Dolmetscherpool“ teil

 

Immer mehr Menschen suchen Zuflucht in Deutschland. Keine oder nur geringe Deutschkenntnisse der Flüchtlinge beziehungsweise fehlende Sprachkenntnisse der Ansprechpartner in den „Flüchtlingssprachen“ erschweren die Kommunikation und führen oft zu Irritationen und erhöhten Anforderungen an die Betreuung. Von diesem Phänomen wissen nicht nur die Mitarbeiter der Verwaltungen zu berichten, auch in den Schulen oder im medizinischen Bereich ist es präsent.
Um die Sprachbarrieren zu den Flüchtlingen zu reduzieren, wurde von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. das Modellprojekt „Virtueller Dolmetscherpool“ ins Leben gerufen und finanziert.  Mit dem sechsmonatigen Pilotprojekt, das am 1. Juni startete, unterstützt das Land Rheinland-Pfalz Kommunen beim Umgang mit Flüchtlingen. Die Idee: Die Verwaltungsmitarbeiter können kostenfrei Dolmetscher anfordern, deren Dienste telefonisch zur Verfügung gestellt werden, und bei Bedarf jederzeit angefordert werden können.
Die Dolmetscher sind allesamt Absolventen oder fortgeschrittene Studierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation. Frau Prof. Andrea Cnyrim von der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und Herr Prof. Bernd Meyer von der Gutenberg-Universität betreuen das Projekt fachlich. Dabei erfahren sie Unterstützung vom Landesbeauftragten für Integration und Migration, Miguel Vicente.
Stadt und Landkreis Kaiserslautern nehmen gemeinsam an dem Projekt teil. Weitere Projektteilnehmer sind die Stadt Landau, der Landkreis Mayen-Koblenz sowie die Verbandsgemeinde Freinsheim. Für  die entsprechenden Verwaltungsmitarbeiter/-innen aus dem Raum Kaiserslautern fand am vergangenen Donnerstag eine Schulung im kleinen Ratssaal im Rathaus der Stadt Kaiserslautern statt.
Prof.  Cnyrim stellte dabei das Projekt zusammen mit Alexandre Bakhtiarov und Anna Kindler zunächst fachlich vor. Als Koordinatoren betreuen Bakhtiarov und Kindler den Dolmetscherpool, von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 16 Uhr. „Wenn Sie bei uns anrufen, vermitteln wir Ihnen einen unserer Dolmetscher, entweder sofort oder zu einem späteren Termin“, erklärte Bakhtiarov den Verwaltungsmitarbeitern den Ablauf des Übersetzungsdienstes. „Der Dolmetscherpool ist aber auch über die Homepage dolmetscherpool.org zu erreichen“, so Bakhtiarov weiter. Auch hier können Verwaltungsangehörige Gesprächstermine vereinbaren oder wichtige Dokumente mit den Dolmetschern austauschen.

 

Die Entwicklungsagentur hat zu dem Projekt ein Video erstellt.

Ortsvorsteher Thorsten Peermann begrüßt die neuen „Hütterer“

Flüchtlinge aus der Hahnbrunner Straße zu Gast beim Sportfest des SV Wiesenthalerhof

 

Erzhütten/Wiesenthalerhof. Ortsvorsteher Thorsten Peermann konnte am Sonntag beim Sportfest des SV Wiesenthalerhof (SVW) zehn ganz besondere Gäste begrüßen. Knapp die Hälfte der 23 Asylsuchenden, die seit einer Woche in der Flüchtlingsunterkunft in der Hahnbrunner Straße („Rosel-Bürger-Büsing-Haus“) leben, waren seiner Einladung gefolgt und statteten dem Sportfest einen Besuch ab. Peermann freute sich sehr über das zahlreiche Erscheinen: „Das Sportfest ist eine wunderbare Gelegenheit, das Eis zu brechen und sich kennenzulernen“, so der Ortsvorsteher in seiner Begrüßungsrede. Ebenfalls begrüßt wurden die neuen „Hütterer“ vom Vorsitzenden des SVW, Mario Diehl.

Die Flüchtlinge beteiligten sich rege an den vielen sportlichen Aktionen, die das Sportfest, das in diesem Jahr überhaupt zum ersten Mal stattfand, für die Besucherinnen und Besucher bereithielt. Besonders großes Interesse bestand dabei für den Fußball. „Das erste Mannschaftstraining haben wir mit drei Personen schon ausgemacht“, freute sich Peermann über die neuen Kicker.

Bereits am Donnerstag hatte der Ortsvorsteher die Unterkunft besucht und die neuen Bewohnerinnen und Bewohner persönlich begrüßt – zusammen mit rund 20 ehrenamtlichen Helfern aus dem neu gegründeten Arbeitskreis. „Ich bin sehr stolz darüber, wie sehr sich die Bürgerinnen und Bürger unseres Ortsbezirkes bereits jetzt für die Flüchtlinge einsetzen“, so Peermann. „Wer helfen möchte, kann sich jederzeit bei mir melden, auch gerne mit Sachspenden.“ Besonders benötigt seien derzeit Küchenutensilien.

Spendenaktion bei real,- in Kaiserslautern war ein voller Erfolg

Rund 3.300 Euro kommen dem Spielzimmer der neuen Flüchtlingsunterkunft zugute

 

Am Samstag, 8. Juni lud real,- Geschäftsleiterin Heike Hohlfeld, Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel und die Schüler der IGS Goetheschule zu einer großen Spendenaktion zugunsten der neuen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Dia-betikerzentrum bei real,- im Pfalz-Center ein. Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel tauschte sein Büro gegen den Kassenbereich bei real,- an der Mannheimer Straße. Von 10 bis 11:30 Uhr kassierte Weichel, angefangen von Brot, Milch, Wurst- und Fleischspezialitäten bis hin zu Fernsehern, alles was auf das Kassenband gelegt wurde. Insgesamt füllte der Rathauschef die Kasse um 1.590,77 Euro auf, die real,- Geschäftsleiterin Heike Hohlfeld in voller Höhe dem Flüchtlingsheim spendet. Darüber hinaus organisierte das real,- Team eine große Kuchentafel sowie einen Bücherbasar, dessen Erlös ebenfalls der Aktion zugutekommt. Die Schüler und Schülerinnen der IGS Goetheschule packten am Aktionstag für alle Kunden die Einkaufstaschen und freuten sich über jeden freiwillig gespendeten Obolus, der die Anschaffung von Spielen, Büchern, Mal- und Bastelutensilien für das neue Spielzimmer ermöglicht. „Es ist ein sehr gutes Gefühl zu sehen, wie so viele Menschen in Kaiserslautern Hand in Hand arbeiten. Eine gelungene Aktion, die von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen wurde“, freuen sich real,- Geschäftsleiterin Heike Hohlfeld und Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel. Bereits am Samstagabend konnte der symbolische Riesenscheck in Höhe von 3.299,77 Euro an Willi Schattner, Geschäftsführer ASZ Kaiserslautern, übergeben werden.

Neues Zentrum des ehrenamtlichen Engagements

„Haus der Begegnung“ in der Villa Jaenisch feierlich eingeweiht

Im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel sowie des Beigeordneten Peter Kiefer wurde das „Haus der Begegnung“ in der Villa Jaenisch heute Morgen feierlich eingeweiht. In dem gut 100 Jahre alten Gebäude oberhalb des Benzinorings wird das Arbeits- und Sozialpädagogische Zentrum (ASZ) künftig die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Flüchtlingsbetreuung koordinieren. So soll ein Treffpunkt für alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer entstehen, darüber hinaus sollen die Räumlichkeiten auch für Teambesprechungen, Seminare oder konkrete Betreuungsangebote genutzt werden. Die Stadt hat das Gebäude von der Eigentümergesellschaft angemietet.

OB Weichel sprach bei der Einweihung von einem „Signal der Wertschätzung“ für die großartige Arbeit, die die ehrenamtlichen Helfer leisteten. „Wir können sehr stolz sein auf die Welle der Hilfsbereitschaft und das große Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger“, so das Stadtoberhaupt. Die Verwaltung alleine könne die großen Herausforderungen, die mit der Betreuung der vielen Flüchtlinge, die die Stadt in den letzten Wochen und Monaten erreicht hätten, verbunden seien, gar nicht stemmen. „Ohne das ASZ und ohne Euch ginge es nicht“, sprach er die vielen anwesenden Helferinnen und Helfer direkt an. „Dafür ein großes Dankeschön!“
Der Bedarf, das ehrenamtliche Engagement zu koordinieren und auch räumlich zu bündeln, sei in der letzten Zeit immer größer geworden, so erläuterten Katharina Wisniewski und Barbara Mangold vom ASZ die Hintergründe, wie die Idee zum Haus der Begegnung entstanden sei. „Vor zwei Jahren haben wir mit ganz wenigen Leuten angefangen“, erklärte Mangold. Für großen Zuwachs habe dann ironischerweise eine NPD-Demo gesorgt, die zu einer „richtigen Solidaritätswelle“ geführt habe. Aktuell gingen, so Mangold, über das neue Internetportal kl-ist-bunt.de jede Woche neue Angebote zur ehrenamtlichen Hilfe ein. „Wir freuen uns sehr über die große Hilfsbereitschaft und sind offen für alle guten Ideen“, so Mangold. Insgesamt seien derzeit 86 Ehrenamtler für das ASZ im Bereich der Flüchtlingshilfe tätig. „Das Engagement für Flüchtlinge in Kaiserslautern ist riesengroß“, so auch der Leiter des ASZ, Willi Schatter. „Mein Dank an die Vermieter sowie an die Stadt, dass wir die vielen Helferinnen und Helfer nun hier in diesen tollen Räumlichkeiten unterstützen können.“

Als Vertreter der Eigentümer sprach Volker Barth. Das Haus zur Verfügung zu stellen sei eine „Willkommensgeste gegenüber den Flüchtlingen“. Er bedankte sich bei der Stadt für die pragmatische Unterstützung und überreichte dem Baudezernenten Peter Kiefer symbolisch einen Korb mit Brot und Salz. „Wir haben bewusst ganz unterschiedliche Brot- und Salzsorten in den Korb gepackt“, erläuterte Barth, „so vielfältig wie die Menschen, die hier betreut werden.“

 

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Gute Laune bei der Einweihung: ASZ-Leiter Willi Schattner (links) und Oberbürgermeister Klaus Weichel.