Ehrenamtliche lernen Begleitung von Analphabeten

Am vergangenen Samstag Workshop im Mehrgenerationenhaus

Ein Workshop der besonderen Art ging am Samstag, 26. August 2017, im Mehrgenerationenhaus der Caritas über die Bühne: Initiiert und organisiert von der Bildungskoordination, dem Projektbüro Integration und Interkulturelle Angelegenheiten der Stadtverwaltung Kaiserslautern und dem Caritas-Zentrum trainierte Referentin Ilka Hofmann Ehrenamtliche für die Begleitung von Analphabeten beim Erwerb von Lauten und Schrift der deutschen Sprache. Dabei vermittelte sie methodisches Vorgehen in der Alphabetisierung, stellte Arbeitsmaterial vor und leitete die Teilnehmer an, sich eigene Materialien zu erarbeiten, wies aber auch die Grenzen der ehrenamtlichen Begleitung auf.

Primär im Fokus waren Menschen als Lernende, die zum Erwerb der deutschen Sprache zunächst eine Alphabetisierung durchlaufen müssen. Dabei unterscheidet man zwischen primären Analphabeten, die im Heimatland keine Schule besuchen konnten und keine schriftsprachlichen Kompetenzen haben, und funktionalen Analphabeten, die die Schrift ihrer Muttersprache nicht ausreichend gelernt haben und bei denen Probleme beim Lesen und Schreiben bestehen. Eine dritte Gruppe sind Lernende, die in einem nicht-lateinischen Schriftsystem alphabetisiert sind und so genannte Zweitschriftlerner sind. Die professionellen Kurse zur Alphabetisierung werden von verschiedenen Bildungsträgern in der Stadt angeboten, doch kann der Prozess maßgeblich durch ehrenamtliche Unterstützung gefördert werden.

Das Interesse am Workshop war groß, so dass nur wenige Tage nach der Ausschreibung des Kurses die Teilnehmerliste bereits voll war. „Manche der Teilnehmenden sind auf das Thema der Alphabetisierung gestoßen, weil sie bereits als Paten geflüchtete Menschen betreuen und dabei deren Bedarf des Schrifterwerbs erkannt haben. Andere haben auch im Ehrenamt schon Sprachkurse für Deutsch angeboten und sind nun neugierig auf diesen weiteren Baustein“, so Ulrike Ebert-Wenski, beim Caritas-Zentrum Kaiserslautern zuständig für das Projekt BIK (Betreuung, Information und Kontaktstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche).

Auch Andreas Philipp Breier, Leiter einer Gemeinschaftsunterkunft, ist angetan von dem Angebot. „Einige unserer Schützlinge sind gerade dabei, sich erstmals mit einem Schriftsystem zu befassen. Deshalb ist dieser Workshop auch für mich als Sozialbetreuer sehr interessant, um die Menschen bei uns im Haus hierbei unterstützen zu können.“ Die ehrenamtlich Engagierten profitierten von dem Angebot, da sie durch den Unterricht „sicherer im Helfen“ wurden, „Methoden kennengelernt“ und nun ein „Konzept in petto“ haben, „Materialien gezielt anwenden“ und die Menschen besser „dort abholen können, wo sie stehen“ – so die Resonanz aus den Reihen der Teilnehmer am Ende des Seminars.

 

Bilder: Caritas

Tolle Unterstützung für P90

„Ihr Engagement ist sehr hilfreich“: Mit diesen Worten bedankte sich Andreas Breier, Hausleiter des Hauses P90, eines Wohnheims für anerkannte Flüchtlinge in Kaiserslautern, bei Vertretern der Firmen IKEA Kaiserslautern und Hager Waldfischbach-Burgalben. Beide hatten mit Sach- oder Geldspenden zur Ausstattung des Gebäudes beigetragen. Vor allem die gemeinschaftlich genutzten Räume konnten durch die Spenden mit Sitzmöbeln und Spielgeräten ausgestattet werden. Für die kleinen Bewohner entstand eine Spielecke. Breier bedankte sich auch bei Doris Preuninger vom Ökologieprogramm der Stadt Kaiserslautern, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Parkfläche in einen Freisitz für große und kleine Bewohner umgestalteten.

Im ehemaligen Möbelhaus Kober leben zur Zeit 55 Personen, 40 Syrer, elf Eritreer, drei Somalier, ein Staatenloser in 36 Appartements, darunter sind neun Familien.

 

Foto: Ökumenisches Gemeinschaftswerk Pfalz GmbH

 

Fragen und Antworten rund ums Thema Bundestagswahl

Infoveranstaltung für Menschen mit Migrationshintergrund

 

Am Sonntag, 24. September 2017, findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt – deren Ablauf für die meisten Einheimischen eine gewohnte Selbstverständlichkeit darstellt. Für Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, stellen sich im Zusammenhang mit dem deutschen Wahlsystem jedoch viele organisatorische Fragen.

Aus diesem Grund bietet die Leiterin der städtischen Wahldienststelle, Stephanie Müller, auf Initiative des Beirats für Migration und Integration sowie des städtischen Integrationsbeauftragten Gerhard Degen, eine spezielle Informationsveranstaltung für diese Zielgruppe an. Sie findet am Samstag, dem 2. September, von 11 bis 12 Uhr, im großen Ratssaal des Rathauses statt. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Neue Broschüre rund ums Thema Schule erschienen

Basierend  auf einer Vorlage der Stadt Worms hat das Projektbüro für Integration eine neue Broschüre aufgelegt, die Menschen mit Migrationshintergrund in leicht verständlicher Sprache Tipps und Regeln rund um das deutsche Schulsystem näher bringt. Sie wird in den kommenden Tagen in den Schulen und den entsprechenden Anlaufstellen  verteilt. Wer will, kann sie sich hier auch in digitaler Form herunterladen:

Regeln_für_den_Schulbesuch

Realisiert werden konnte der zwölf Seiten starke und bunt bebilderte Flyer dank der Unterstützung durch das Arbeits- und sozialpädagogische Zentrum sowie der Globusfiliale in der Merkurstraße, die den Erlös aus dem Tortenverkauf mit Oberbürgermeister Klaus Weichel zur Verfügung stellte. Anlässlich des neunten Marktjubiläums vor wenigen Wochen stellte Globus in der Ladenpassage 30 Bleche mit Buttercremetorte bereit, die von  OB Weichel und Globus-Geschäftsleiter Christian Schmitt persönlich an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht wurden.