Drei Jugendliche absolvieren Grundausbildungslehrgang
„Hier musst Du drücken“, erklärt der Einsatzleiter, „und dann einfach mal sprechen.“ Die drei jungen Feuerwehrleute stehen neben einem rotweißen Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. Farid hält das Funkgerät in der Hand. „Eins, zwei, drei, Test“, spricht er in das Walkie Talkie und gibt es an seine beiden Kameraden weiter, zunächst an Samim, dann an Mohammad. Alle drei stammen aus Afghanistan, alle drei sind sie 17 Jahre alt, und alle drei mussten sie aus ihrer Heimat fliehen. Nach einer abenteuerlichen Odyssee sind sie in Deutschland angekommen, leben seit einigen Monaten in Kaiserslautern, als „unbegleitete minderjährige Ausländer“, so die etwas sperrige offizielle Bezeichnung. Seit Juli sind sie Feuerwehrleute.
Wie Michael Ufer, stellvertretender Direktor des Referates Feuerwehr und Katastrophenschutz, berichtet, sei der erste Kontakt im Rahmen der Veranstaltung „Feuerwehr zum Anfassen“ zustande gekommen, bei der sich die Feuerwehr vor Ort in den Unterkünften präsentierte. „Insbesondere bei den Jugendlichen Flüchtlingen entstand dabei schnell sichtbares Vertrauen in die Institution Feuerwehr. Als wir eher beiläufig die Möglichkeit der Mitwirkung in der Freiwilligen Feuerwehr ansprachen, gab es direkt Interessenten“, so Ufer. Danach ging es ganz schnell. Zwei Wochen später nahmen bereits die ersten drei Interessenten am Grundausbildungslehrgang teil.
„Das lief absolut problemlos“, berichtet Ufer, „die anfangs noch sehr geringen Deutsch- und Englischkenntnisse wurden durch Zeichensprache und Engagement fast vollständig ausgeglichen.“ Inzwischen seien die Drei in einen Zug der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt eingegliedert, was ebenfalls reibungslos ablaufe. Farid, Samim und Mohammad nehmen an allen dienstlichen Veranstaltungen des Zuges teil und werden in allen Belangen unterstützt, sei es beim Lernen der deutschen Sprache, bei Problemen im Schulunterricht oder in anderen Lebensbereichen. Der Zugführer hält zudem regelmäßig Kontakt zu den Betreuern der Jungen in ihrer Unterkunft, weiterhin ist innerhalb des Zuges gerade ein Patensystem im Aufbau, so dass feste Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die sich auch außerhalb der dienstlichen Termine um die Flüchtlinge kümmern und sie unterstützen.
„Die Jungs sind richtig heiß darauf, möglichst viel zusammen mit den Kameraden zu unternehmen, um besser Deutsch zu lernen, und natürlich auch, um das Leben in Deutschland kennenzulernen“, freut sich Ufer.  „Auch aus Sicht der Führung sind die drei eine Bereicherung für die Einheit, einerseits natürlich aufgrund ihres großen Engagements, andererseits aber auch, weil sie ganz eigene Sichtweisen und Erfahrungen einbringen.“ Sicher werde es, so der Direktor, noch einige Zeit dauern, bis die Drei als vollwertige Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, der „Grundstein für ein großes  ehrenamtliches Engagement“ sei aber gelegt – und die nächsten Interessenten aus dem Kreis der unbegleiteten Flüchtlinge warten schon ungeduldig auf den folgenden Grundlehrgang. Farid, Samim und Mohammad rühren dazu längst eifrig die Werbetrommel.
Förderpreis „Helfende Hand“
Die Freiwillige Feuerwehr Kaiserslautern hat sich mit ihrem Integrationsprojekt für minderjährige Flüchtlinge für den Förderpreis „Helfende Hand“ beworben. Mit dem Preis fördert das Bundesministerium des Innern Ideen und Konzepte, um freiwillige Helfer zu gewinnen. In diesem Jahr wurde zudem ein Sonderpreis zur “Integration von Flüchtlingen in die (Hilfs-)Organisationen des Bevölkerungsschutzes“ ausgeschrieben.
http://www.helfende-hand-foerderpreis.de