Lautrer Fahrschulen geben jungen Migranten ehrenamtlich Verkehrsunterricht

Drei junge Männer stehen in der Mitte des Raums und schauen sich an, die restliche Gruppe sitzt um sie herum und beobachtet sie gespannt, vom Moderator der Szene kommt „Okay, wer darf zuerst?“. Kurz checken die drei ihre Optionen, dann sagt der Eine: „Ich, ich darf zuerst. Ich habe niemanden, der rechts neben mir steht!“ Der Moderator lächelt anerkennend, die Gruppe klatscht Beifall.
Die Szene entstammt dem Projekt „Verkehrsunterricht für junge Menschen mit Migrationshintergrund“ der städtischen Stabsstelle Asyl, das gegenwärtig in Zusammenarbeit mit vier Fahrschulen im Stadtgebiet umgesetzt wird. Möglich geworden ist es durch das Engagement einiger Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, die sich auf Anfrage der Stabsstelle hin im vergangenen Herbst spontan bereit erklärten, den jungen Menschen die Grundregeln des hiesigen Verkehrssystems auf ehrenamtlicher Basis nahe zu bringen. Seit einigen Monaten schon erhält nun jede Sprachklasse der weiterführenden Schulen der Stadt eine vormittägliche Einführung mit dem Schwerpunkt „Radfahrer“ beziehungsweise „Fußgänger“. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Verkehrswacht Kaiserslautern e.V., die die relevanten Verkehrsregeln für Radfahrer auf Deutsch, Englisch und Arabisch in einem Flyer anschaulich zusammenfassen ließ.
„Natürlich sind die Grundregeln des deutschen Verkehres auch im Internet einzusehen, doch ist der direkte, persönliche Unterricht durch einen Fahrlehrer viel intensiver und direkter und somit effektiver“, erläutert Sabine Michels, die seitens der Stabsstelle das Projekt begleitet. „Diese Art der Einführung in den deutschen Alltag ist interessant und macht Spaß, sowohl den Fahrlehrern als auch den Schülern, die aufmerksam und begeistert mitgehen.“
Auch Oliver Halbgewachs von der Fahrschule Halbgewachs ist vom Sinn des Projekts überzeugt: „ Oft sind die Verkehrsregeln der Herkunftsländer der Jugendlichen gänzlich andere und unsere Regeln erklären sich nicht von selbst.“ Manche Regeln sorgen regelrecht für Erstaunen, etwa wenn Fahrlehrer Ralf Ullrich den jungen Migranten an der Berufsbildenden Schule I verdeutlicht, dass sie auch als Radfahrer bei Missachtung der dargestellten Verkehrsregeln mit empfindlichen Geldstrafen zu rechnen haben.
Zudem müssen relevante Worte wie etwa „Vorfahrt“ oder „Kreuzung“ zunächst erläutert werden, denn sie gehören nicht unbedingt zum Kanon des regulären Sprachunterrichts. Fahrlehrer Ivan Kosina schließt mit Körpereinsatz die Lücken, die sich im Vokabular zeigen. „Wenn ihr mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen wollt, müsst ihr absteigen und schieben“, macht er klar und schiebt dabei demonstrativ ein imaginäres Zweirad durch den Raum.  Jede Menge Spaß ist auch dabei, etwa wenn Fahrlehrerin Nicole Louis ihre Runde nach der vermuteten Bedeutung diverser Schilder fragt, und die kreative Antwort zur „Einmaligen Vorfahrt“ lautet: „Hier startet eine Rakete“.

 

           

Ausstellung ‚Gemeinsam lernen‘ an der BBS II

Beigeordneter Färber begrüßt Integrationsarbeit der Schule

 

Unter dem Titel ‚Gemeinsam lernen‘ sind seit 26. Oktober 2016 rund 30 Motive des Kaiserslauterer Fotografen Thomas Brenner in der BBS II zu bewundern. Auf den Bildern sind jeweils ein Schüler der BBS II sowie ein jugendlicher Flüchtling, der zur Zeit an der Schule lernt, abgebildet. Beigeordneter und Schuldezernent Joachim Färber begrüßt das Integrationsprojekt. „Ich finde die Ausstellung ist ein schöner Ausdruck dafür, wie das friedliche Miteinander von verschiedenen Kulturen bestens gelingen kann“, so der Dezernent. Die gemeinsame Erarbeitung der Ausstellung zeigt wie offen die Schülerinnen und Schüler in der BBS II sind und zeigt beispielhaft wie weltoffen und bunt Kaiserslautern ist. Fritz Pfaff, Schulleiter der BBS II, informierte dass das interkulturelle Lernen seit Jahren im Leitbild der Schule verankert sei und nun die Ausstellung ein gelungenes Beispiel für die Umsetzung dieses Leitgedankens im Schulalltag sei.

Die Fotokampagne ist aus dem Leistungskurs Pädagogik an der BBS II entstanden. Die Bilder sind – ähnlich den bereits durchgeführten Willkommens-Kampagnen von Brenner – in dunklen Farbtönen gehalten und mit Textzeilen versehen, die zum Ausdruck bringen, wie nah sich die Kulturen stehen. Das gemeinsame Lernen von jungen Erwachsenen und jungen Flüchtlingen an der Schule steht im Fokus. Die Ausstellung kann ab sofort für die nächsten Monate zu den Öffnungszeiten der BBS II dort besichtig werden. „Schulbesuch, Sprachkenntnisse und Bildung sind Schlüssel der Integration“, stellte Färber abschließend fest.

Flüchtlingskinder informieren sich über Angebote der Pfadfinder

Am vergangenen Samstag hatten der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Kaiserslautern zu einem Schnuppertag auf den Jugendzeltplatz Gelterswoog eingeladen, um über ihre Arbeit und ihre Angebote zu informieren. Mit dabei waren auch einige Flüchtlingskinder, von denen drei sich bereits für die kommenden Gruppenstunden angekündigt haben. Hier ein Foto vom Schnuppertag.

 

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Galappmühle beim Firmenlauf dabei

In Deutschland und im Ziel angekommen: Die Jungs der Wohngruppe an der Galappmühle beim
Firmenlauf 2016.

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Foto: ASZ

Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder

60 Pakete dank Wunschbaum des real-Marktes geschnürt

 

Dank der großzügigen Spenden der Kundinnen und Kunden konnte der real-Markt im Pfalzcenter gestern 60 Kindern – darunter Flüchtlingskinder aus den vom ASZ betreuten Unterkünften sowie bedürftige Kinder aus dem Astern-/Geranienweg – eine vorgezogene Weihnachtsfreude bereiten. Bereits vor einigen Wochen durften die Kinder einen Wunsch auf eine Wunschkarte schreiben, die sodann an einen Weihnachtsbaum im Eingangsbereich des Marktes gehängt wurden. Dort konnten die Kundinnen und Kunden sich dann eine Karte nehmen, um den entsprechenden Wunsch zu erfüllen – vom Fußball bis hin zum mp3-Player. Fast alle Wünsche konnten auf diese Art und Weise erfüllt werden. Wünsche, die am Baum hängen geblieben sind, wurden mit Spendengeldern aus der bereits seit Monaten laufen Pfandspendenaktion erfüllt.

Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt, die gemeinsam mit ASZ-Leiter Willi Schattner bei der „Bescherung“ vor Ort war, zeigte sich hocherfreut über die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger. Ausdrücklich bedankte sie sich bei real-Geschäftsleiterin Heike Hohlfeld, die gemeinsam mit ihrem Team die Flüchtlingshilfe in Kaiserslautern schon seit Monaten auf beeindruckende Art und Weise durch vielfältige Aktionen unterstütze. Ein dickes Dankeschön kam auch von ASZ-Leiter Willi Schattner: „Für die Kinder ist es besonders in diesen Tagen ein schönes Gefühl zu wissen, dass jemand an sie denkt. Dafür ein herzliches Dankeschön.“

„Unser Anliegen ist es, dass jedes Kind zu Weihnachten ein Geschenk auspacken kann“, so Hohlfeld. Die Weihnachts-Wunschbaum-Aktion fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt.