Mobile Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Datum: 6. 7. 2017
Uhrzeit: 14:00-17:00 Uhr
Ort: Colosseum (Mannheimerstr. 230, Kaiserslautern)

Infos und Fragen: Zdenka Samson, Koordinatorin
E-Mail: zdenka.samson@malteser.org, Tel.: 0151 29503945

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Unterstützt durch:

Decathlon

Workshop „Für Integration und Arbeit“ in der Stadtmission

Gemeinsam!
Für Integration und Arbeit
Ehrenamt und Hauptamt in der Flüchtlingshilfe

Workshop

27. April 2017
17:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Ort: Evangelische Stadtmission, Brüderstr. 1, 67659 Kaiserslautern

Geflüchtete wollen nicht untätig sein. Sie suchen und brauchen Arbeit. Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt es dabei viele.
Selbst gut qualifizierte Geflüchtete brauchen Hilfe und Begleitung, um einen Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben zu finden oder eine Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen.

An dieser Stelle ist Ehrenamt ein unverzichtbarer und wichtiger Faktor.
Um die Geflüchteten bestmöglich bei der Integration in die Arbeitswelt zu begleiten, bedarf es vieler unterschiedlicher Informationen.

Deshalb haben wir in unseren Workshop wichtige Ansprechpartner eingeladen, die Informationen an Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe weiter geben und für Fragen zur Verfügung stehen.

Zugesagt haben Vertreter und Vertreterinnen der Kaiserslauterer Ausländerbehörde, dem BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland e.V.), dem DEHOGA Kaiserslautern (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), der Handwerkskammer der Pfalz, der IHK Pfalz, dem IQ Netzwerk für Integration und Qualifizierung, dem Jobcenter Kaiserslautern, dem Ökologieprogramm der Stadt Kaiserslautern und der Neuen Arbeit Westpfalz.

 

Das Programm:

16:30 Uhr: Ankommen

17:00 Uhr: Begrüßung und Organisatorisches

17:15 Uhr: Aktuelle Entwicklungen in Kaiserslautern (Stabsstelle Asyl, Sabine Michels, Bildungskoordinatorin)

17:30 Uhr: Angebote zur beruflichen Integration (Jobcenter Kaiserslautern, Mario Leppla, Teamleiter)

18:00 Uhr: Unsere Fragen an die Expertinnen und Experten / Kennenlernen und Austausch

18:30 Uhr: Pause / Kleiner Imbiss

19:00 Uhr: Speeddating 1 an Thementischen, Expertinnen/Experten beantworten Ihre Fragen

Tisch- und Themenwechsel

19.30 Uhr: Speeddating 2 an Thementischen, Expertinnen/Experten beantworten Ihre Fragen

20:00 Uhr: Berichte von den Thementischen

20:30 Uhr: Verabschiedung

Anmeldung*:
Bitte melden Sie sich bis zum 21. April an.
Per E-Mail: Katharina.Wisniewski@asz-kl.de
Oder bei der Freiwilligen Agentur Kaiserslautern:
Per Telefon: 0631 – 365 44 71

Wir freuen uns auf Sie!

ASZ, Team Ehrenamt, Katharina Wisniewski-Hoffmann
Caritas, Projekt BIK, Markus Haus
DRK, Ehrenamtskoordination Alte Post, Miriam Dieckvoß
Freiwilligen Agentur, Lydia Müller
Neue Arbeit Westpfalz, Wohnen in P 90, Andreas Philipp Breier
Neue Arbeit Westpfalz, P 4, Katharina Rewin

*Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Theaterworkshop für Geflüchtete findet großen Anklang

Gemeinsames Projekt von Jugendberufsagentur,  Pfalztheater und Stabsstelle Asyl

Wer am vergangenen Wochenende in den Morgenstunden die Scheune des Stadtmuseums betrat, bekam ein unerwartetes Schauspiel geboten. „Juckreiz, Stufe 5!“ ruft Katja Bach. In der Mitte des Raumes stehen zwanzig junge Leute, die auf Kommando alle anfangen, sich wild zu kratzen. Einer reibt sich mit dem Rücken an einem Pfosten, der nächste wirft sich vor imaginärem Juckreiz auf den Boden, windet sich vor Pein. „Gut, ok, Stop!“, so Bach.
Unter dem Motto „In Bewegung“ hatten die Jugendberufsagentur,  das Pfalztheater und die städtische Stabsstelle Asyl junge Geflüchtete zum Theaterworkshop geladen, der von Katja Bach, Theaterpädagogin am Pfalztheater, und der Tanzpädagogin Susanne Adam geleitet wurde. Die Idee zu dem Workshop haben die beiden gemeinsam mit Sabine Michels von der Stabsstelle Asyl im vergangenen Sommer entwickelt. „Die Menschen, die in der letzten Zeit zu uns gekommen sind, müssen ein großes Quantum an Lernen absolvieren – und immer geht es über Sprache und Worte“, erläutert Michels den Hintergrund. So habe man sich gemeinsam überlegt, ob man dieser eher einseitigen Form des Lernens eine weitere Ebene des Erlebens und Ausdrückens hinzufügen könnte. Und man sei auf das Darstellerische, den körperlichen Ausdruck gekommen. „Zudem ist das Angebot, sich über Bewegung und Mimik auszudrücken und miteinander in Kontakt zu kommen, eine wunderbare Möglichkeit, Nationen zusammenzubringen, und zwar ohne die ansonsten stets vorhandene  Hürde der Sprache“, erzählt Bach.
Via Jugendberufsagentur, wo man in Person von Kerstin Heinzmann direkt auf offene Ohren stieß, habe man sich mit dem Angebot gezielt an junge Erwachsene gewandt, die gerade einen Sprachkurs absolvieren. Ursprünglich war der Kurs für 15 Personen ausgelegt, aufgrund des großen Interesses aber sei der Teilnehmerkreis auf 20 Personen erweitert worden, darunter Menschen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Los ging es dann am Freitagmorgen um 10 Uhr. „Nach 15 Minuten waren sie aufgetaut, danach hat das Ganze eine Eigendynamik bekommen, wie ich sie noch selten erlebt habe“, zeigt sich Bach von ihrer Gruppe beeindruckt.
Wer die Gruppe beobachtet, weiß sofort, was sie meint. Während der gemeinsamen Juckreizdarbietung explodiert der Raum geradezu. Aus gemeinsamem Kratzen wird immer mehr gemeinsames Lachen. Man applaudiert, jubelt, klatscht sich ab. Es herrscht beste Stimmung. „Das gemeinsame Erleben steht im Vordergrund“, so Adam. „Es muss Elemente zum Austoben geben, und ebenso ruhige Momente.“
Und auch wenn aufgrund der professionellen Leitung des Workshops  durch die beiden Theaterpädagoginnen die Stimmung rundweg heiter ist: Gegen Ende der Veranstaltung ist die Anstrengung in den Gesichtern der Teilnehmer deutlich sichtbar. Der stete Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung, individueller Darstellung und Fokussierung des Gruppengeschehens ist über die Dauer des Workshops durchaus eine Herausforderung für jeden Einzelnen.  „Das war genau die Absicht des Seminars“, so Michels. Die Teilnehmer lernen hier Kompetenzen, die ihnen dann wiederum für das Lernen zur Verfügung stehen. „Es wäre wünschenswert, wenn wir ein solches Angebot dauerhaft etablieren könnten.“

Aktuelle Termine des IBI

Das multimediale Infocenter Bildung und Sprache (IBI) der VHS versteht sich als Drehkreuz, das Sie schnell, zielgerichtet und kostenlos zu den richtigen Angeboten lotst. Es informiert über das deutsche Bildungssystem, über die Übergänge zwischen den einzelnen Bildungsabschlüssen, über die staatliche Anerkennung von vorhandenen Abschlüssen, die im Ausland erworben worden sind, über universitäre Studiengänge, über berufliche Bildung und Allgemeinbildungsmöglichkeiten sowie über alle Möglichkeiten des Sprachenerwerbs. Es präsentiert Bildungsübergänge und Bildungsabschlüsse sowie Möglichkeiten zum nachträglichen Sprachenerwerb. Das IBI zeigt in persönlichen Beratungen, wie Lernen im Lebenslauf ermöglicht wird und macht somit Bildungsangebote in Kaiserslautern transparent.
Das IBI bietet über das Semester verteilt in verschiedenen Themengebieten Beratungen an und organisiert Veranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Informationen hierzu erhalten Sie regelmäßig auf der Homepage und dem Facebook-Auftritt der Volkshochschule Kaiserslautern.

Öffnungszeiten
Montag: 8:30 – 12:30 Uhr (nur nach vorheriger Anmeldung)
Dienstag: 8:00 – 12:30 Uhr
Mittwoch: 10:00-14:00 Uhr
Donnerstag: 8:00 – 12:30 Uhr
Freitag: Nach Vereinbarung

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin:
Dirk Lion (Projektleiter Lautrer Lupe)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

Veranstaltungen:
–    Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen
Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen und Kompetenzen ist eine wichtige Säule, um in Deutschland Fuß zu fassen. Im Rahmen der Veranstaltungen erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Abschlüsse durch das IQ-Netzwerk Rheinland-Pfalz.
Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.

Leitung: MIP.Consulting Mainz
1052: Mittwoch, 22. Februar, 12:45 – 14:15 Uhr
1057: Dienstag, 21. März, 12:45 – 14:15
1060: Mittwoch, 3. Mai, 12:45 – 14:15
WBZ, E21

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Dirk Lion (Projektleiter „Lautrer Lupe“)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

–    Thementag für Männer mit Migrationshintergrund
Am Themenvormittag des Infocenters für Bildung und Sprache (IBI) erhalten Sie in Impulsvorträgen und an Beratungstischen Informationen und Beratung unter anderem zu folgenden Themen: Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen, Ausbildung und Beruf, Existenzgründung, Nachholen von Schulabschlüssen, Deutschkurse.
Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.

Leitung: Dirk Lion
1055: Mittwoch, 8. März, 09:30 – 13: Uhr
Volkshochschule Kaiserslautern, Georg-Michael-Pfaff Saal    Eintritt frei

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Dirk Lion (Projektleiter „Lautrer Lupe“)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

–    Die Kindertagespflege: Chancen und Möglichkeiten
Viele Menschen mit kleinen Kindern würden sich gerne weiterbilden, ihre Potentiale ausschöpfen und stehen dann vor der Frage: „Doch was ist mit meinem Kind in dieser Zeit?“ Frau Wolff-Käfer vom Jugendamt der Stadt Kaiserslautern zeigt Ihnen in den Beratungen im Infocenter für Bildung und Sprache (IBI) welche Wege und Möglichkeiten es in der Tagespflege gibt.
Vorherige Anmeldungen führen dabei zu kürzeren Wartezeiten, sind aber nicht verpflichtend.

Leitung: Tatjana Wolff-Käfer
1056: Mittwoch, 15. März, 12:15 – 13:45 Uhr (WBZ, E18)
1061: Dienstag, 2. Mai, 12:15 – 13:45 (WBZ, E09A)

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Dirk Lion (Projektleiter „Lautrer Lupe“)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

–    Freiwilliges Engagement: Die Freiwilligen-Agentur
Lernen und der Erwerb von Kompetenzen finden nicht nur in formalen, sondern auch in non-formalen und informellen Kontexten statt, deren Bedeutung im Lebenslangen Lernen immer größer wird – auch für den beruflichen Erfolg. Die Freiwilligen Agentur Kaiserslautern ist angetreten, die Zugangsmöglichkeiten zum freiwilligen Engagement zu verbessern, sowie Institutionen, Vereine und Projekte die mit Ehrenamtlichen arbeiten, zu vernetzen.
An folgenden Terminen steht die Geschäftsführerin der Freiwilligen Agentur, Frau Lydia Müller, für Beratungen zur Verfügung. Vorherige Anmeldungen führen dabei zu kürzeren Wartezeiten, sind aber nicht verpflichtend.

Leitung: Lydia Müller (Geschäftsführerin Freiwilligen Agentur)
1051: Dienstag, 21. Februar, 12:45 – 14:15 Uhr
1054: Dienstag, 07. März, 12:45 – 14:15 Uhr
1058: Dienstag, 04. April, 12:45 – 14:15 Uhr
1059: Dienstag, 25. April, 12:45 – 14:15 Uhr
WBZ, E09A

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Dirk Lion (Projektleiter „Lautrer Lupe“)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

–    Workshops Lautrer Lupe
Mit der „Lautrer Lupe“ hat die Volkshochschule ein neuartiges Instrument in der Bildungs- und Beratungslandschaft in Kaiserslautern aufgebaut. Die „Lautrer Lupe“ stellt ähnlich einem Metrofahrplan die Bildungsmöglichkeiten in der Stadt  Kaiserslautern für alle Phasen des Lebens dar.

Für alle in der Bildungs-/Beratungslandschaft Tätige bieten wir an folgenden Terminen kostenfreie Workshops in unseren Räumlichkeiten mit Diskussionen zu Einsatzmöglichkeiten und Chancen der „Lautrer Lupe“ an. Anmeldeschluss ist jeweils acht Tage vor dem entsprechenden Workshop.

1050: Donnerstag, 9. Februar, 16:00-17:30 Uhr
1053: Donnerstag, 2. März, 10:30-12 Uhr
WBZ, Raum 114

Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Dirk Lion (Projektleiter „Lautrer Lupe“)
Telefon: 0631-36258-12
Email: dirk.lion@vhs-kaiserslautern.de

Flüchtlinge zu Besuch auf der Kerwe

Wetter schlecht – Stimmung gut. 16 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in der Logenstraße konnten am 27. Mai einen tollen Nachmittag auf der Lautrer Kerwe verbringen. Herzlichen Dank an Susanne Henn-Marker vom Schaustellerverband „Barbarossa Saar-Pfalz“ e.V.

Von Festen und vom Feiern in der Post

Seit November füllt sich das Gebäude, das in Kaiserslautern auch als „die
Hauptpost“ bekannt ist, wieder mit Leben. Viele Jahre lang waren die Fenster
in der oberen Etage des Hauses dunkel gewesen, „zu vermieten“ Schilder
hingen in den Fenstern. Wer heute in den frühen Abendstunden an dem
Gebäude vorbeifährt, sieht hell erleuchtete Fenster. Wo früher trockene
Formulare bearbeitet wurden, kann man heute Kinderlachen hören. Das
ehemalige Bürogebäude ist zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge
geworden. Ein Zuhause auf Zeit für Menschen, die ihr eigenes Zuhause oft
auf tragische Weise verloren haben. Doch wie sieht das Leben in der
Gemeinschafts-unterkunft Post – kurz auch GUP genannt – aus? Wie ist der
Alltag der Menschen, die dort leben? Und wer sind sie? In einer kleinen Reihe
möchte das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Kaiserslautern-Stadt e.V., das
die soziale Betreuung der Flüchtlinge in der GUP übernommen hat, über den
Alltag in der Unterkunft berichten.

 
Feste spielen im täglichen Leben in der Gemeinschaftsunterkunft Post eine
große Rolle. Denn wo viele Nationen zusammenkommen, da gibt es auch
immer wieder Feste, die gemeinsam gefeiert werden können und die
Menschen der unterschiedlichsten Nationen zusammenrücken lassen.
Eine große Überraschung gab es für die weiblichen Mitarbeiter der
Gemeinschaftsunterkunft Post beim Internationalen Frauentag am 8. März.
Während er in Deutschland eher ein Schattendasein fristet, wird er in Ländern
wie Syrien oder Armenien ganz groß gefeiert. Und so legten männliche
Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft zusammen, und schenkten den
Mitarbeiterinnen herrliche Tulpensträuße, die viele Tage lang die Büros
zierten.

 
Vor wenigen Tagen feierten die iranischen Bewohner „Nouruz“, das
Neujahrsfest. Natürlich wurde allerseits herzlich alles Gute für das neue Jahr
gewünscht. In ihrer Situation bedeutet dieser Wunsch besonders viel.
Schließlich wird es für die meisten von ihnen die Entscheidung bringen, was
die Zukunft für sie bringen wird. Sie werden sich in einer neuen Umgebung
einleben und einen Platz in unserer Gesellschaft finden müssen. Insofern ist
dieses Neujahrsfest für die Bewohner ein ganz besonderer Jahreswechsel.
Natürlich waren die fröhlichen Feierlichkeiten nicht ungetrübt, denn die
meisten Menschen haben an diesem Tag natürlich ihre Familien in der Heimat
vermisst.

 

Ähnlich schmerzlich war für die syrischen Bewohner der „Id al-Umm“, der
syrische Muttertag am 21. März. Es flossen an diesem Tag viele Tränen, weil
die daheimgebliebenen Mütter und Ehefrauen an diesem Tag natürlich
besonders vermisst wurden. Es gab viele persönliche Gespräche, aber auch
Gratulationen, denn die meisten Mitarbeiterinnen in der Gemeinschaftsunterkunft
Post sind Mütter, was die syrischen Bewohner würdigen wollten.
Nun steht wieder Fröhlicheres an. Das Haus freut sich auf das Osterfest. Für
die im Haus lebenden Christen ist das erste Osterfest in Kaiserslautern ein
Erlebnis, auf das sie sich freuen. Die muslimischen Bewohner sehen dem
Osterfest mit großem Interesse entgegen. Die deutschen Osterbräuche sind
ihnen fremd. Die Kinder staunen über bunte Eier und Schokoladenhasen. Die
Erwachsenen interessieren sich natürlich auch für die religiösen Hintergründe.
Für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft ist es ein besonderes
Anliegen, deutsche Kultur kennenzulernen und deutsche Feste zu feiern.
Daher haben die Bewohner des Hauses an Gründonnerstag gemeinsam mit
den Mitarbeitern ein buntes Osterfest gefeiert. Gemeinsam wurden Ostereier
und österliche Dekoration gebastelt. Derweil versteckten die Mitarbeiter in der
Gemeinschaftsunterkunft Ostereier, die von den Kindern anschließend eifrig
gesucht wurden. Die Bewohner aus verschiedenen Nationen waren angetan
von den deutschen Osterbräuchen.

 
„Das große Interesse an der deutschen Kultur und die aktive Nachfrage der
Flüchtlinge zum gemeinsamen Feiern, sehen wir mit großer Freude und
kommen dem Wunsch der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Post
diesbezüglich natürlich gerne entgegen. Es ist ein wichtiger Schritt in eine
gelungene Integration der Menschen in unsere Gesellschaft“, sagt
Kreisgeschäftsführer Marco Prinz. „Wir sind dankbar, dass wir für unsere
Arbeit aus der Bevölkerung Unterstützung erhalten“, fügt er an.
Wer die Flüchtlingshilfe des DRK Kreisverbandes Kaiserslautern-Stadt
finanziell unterstützen möchte, kann dies unter dem Kennwort „DRKFlüchtlingshilfe
KL“ unter der IBAN-Nummer DE IBAN DE56 5405 0110 0000
1282 80, Stadtsparkasse Kaiserslautern) tun.
Sachspenden für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Post können
direkt in der Logenstraße 37, abgegeben werden. Auch ehrenamtliches
Engagement ist herzlich willkommen. Informationen hierzu gibt es unter der
Telefonnummer 0631 80093460 (Miriam Dieckvoß) und unter der E-Mail
Adresse m.dieckvoss@kv-kls.drk.de. (md)

Toller Kletternachmittag für Flüchtlingskinder

„Welchen Beitrag können wir leisten?“ fragten sich die Mitarbeiter vom
„Rucksack“ in Kaiserslautern. Und so kam es zu der Idee, ein paar
Flüchtlingskinder in den Kletterwald in Schwedelbach zum Klettern
einzuladen. Franz J. Müller, Inhaber von „Rucksack“ und „Monkey Hardware“,
sowie seine Mitarbeiter Constantin Weidlich und Lukas Sorek haben mit der
Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern einen tollen Nachmittag für die
Mädchen und Jungs aus dem Asternweg ermöglicht. Die Kinder waren am Abend
nicht nur müde vom Klettern und der vielen frischen Luft, sondern auch
überglücklich. So konnten sie den oft tristen Alltag und ihre schlimmen
Erlebnisse der vergangenen Monate zumindest für eine Weile vergessen.

 

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Bilder: Monkey Hardware

Rheinpfalz-Serie „Flüchtlinge bei uns“

Hier finden Sie alle Artikel der Rheinpfalz-Serie „Flüchtlinge bei uns“, erschienen zwischen dem 25. April und 2. Mai 2015:

RP_150425_Artikel_Asyl_Stabstelle

RP_150427_Artikel_Asyl_Ehrenamtler

RP_150428_Artikel_Asyl_Reichenbach-Steegen

RP_150429_Artikel_Asyl_Bruchmühlbach-Miesau

RP_150430_Artikel_Asyl_Sprachkurse

RP_150502_Artikel_Asyl_Hochspeyer

 

Großes bürgerschaftliches Engagement für Flüchtlinge in Siegelbach

„Eine breite Hilfskultur direkt vor Ort“

Heute sind die Zahlwörter dran: Diplomübersetzerin Bärbel Stemler erklärt.

Siegelbach. „Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig“. In der Stadtteilbibliothek Siegelbach geht es heute um Zahlen. „Vierundzwanzig, fünfundzwanzig“, zählt Bärbel Stemler weiter. Vor der Diplomübersetzerin sitzt eine kleine Gruppe von sechs jungen Männern. „Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig“, kommt die prompte Wiederholung. Solche einfachen Zahlwörter sind längst kein großes Problem mehr für die Sechs.

Zusammen mit vier Bekannten, Brunhilde Schröder, Claudia Burmeister sowie Helma und Manfred Henrich, gibt Stemler elf Flüchtlingen aus Syrien, die seit November in Siegelbach eine Unterkunft gefunden haben, Deutschunterricht. Zweimal pro Woche 90 Minuten. „Am Anfang war die Verständigung schon schwierig“, so Stemler. „Mit einer Ausnahme sprachen die jungen Männer kein Wort Deutsch, und auch nicht alle Englisch.“
Die Unterrichtssprache ist dennoch bis heute vor allem Englisch.

„Und Zeichensprache“, wie Helma Henrich schmunzelnd ergänzt. Um alle zu erreichen, habe man die Gruppe in zwei Kurse aufgeteilt. „Die, die Englisch können, übersetzen dann den Anderen notfalls ins Arabische. Sie helfen sich alle gegenseitig“, erklärt die ehemalige Grundschullehrerin. Inzwischen klappt aber auch die Verständigung direkt auf Deutsch immer besser. „Das sind gut ausgebildete Leute“, erklärt Stemler, „darunter zum Beispiel ein Arzt und ein Lehrer.“

n der Stadtteilbibliothek in Siegelbach bekommen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien zweimal in der Woche Sprachunterricht.

Ortsvorsteher Gerd Hach ist stolz auf das große Engagement für Flüchtlinge, das sich in Siegelbach seit der Ankunft der elf Syrer aus ihrer vom Bürgerkrieg zerrütteten Heimat gebildet hat. „Wir versuchen alles über kurze Wege direkt hier im Ort zu regeln, und das funktioniert wunderbar“, so Hach. Nur durch Mundpropaganda habe man im ganzen Ort Sachspenden für die neuen Nachbarn organisiert. „Stühle, Kleider, Bettwäsche oder Geschirr.“ Wenn trotzdem etwas fehlt, wird es von Hach selbst organisiert, so etwa ein Satellitenreceiver oder das Flipboard, das seit wenigen Wochen in der Deutschstunde als Tafel dient. Doch die Siegelbacher helfen nicht nur mit Spenden. „Wir helfen den Leuten auch bei allen möglichen alltäglichen Dingen im Alltag“, so Stemler. Das reicht von der Mitfahrgelegenheit zum Getränkehändler bis hin zu Dolmetscherdiensten – dasEngagement ist groß.

Die Initiative der fünf ehrenamtlichen Deutschlehrer, sich für die elf Flüchtlinge aus Syrien zu engagieren, sei ursprünglich von Brunhilde Schröder ausgegangen, verweist Bärbel Stemler auf ihre Freundin. „Das stimmt“, schmunzelt diese. „Es fing mit einem Korb Brezeln an. Damit sind wir eines Tages einfach mal zu ihnen rübergegangen.“ Aus diesem ersten Kennenlernen haben sich inzwischen nicht nur die Deutschkurse, sondern längst Freundschaften entwickelt. Und auch für die Brezeln gab es bereits Revanche: „Schon nach der zweiten Unterrichtsstunde haben uns die Elf zu einem selbstgekochten, echten syrischen Mittagessen eingeladen“, erzählt Stemler. „Ein fantastisches Essen und ein fantastischer Nachmittag.“