Fairness-Kaufhaus Kaiserslautern wird Radgeber

Das soziale Kaufhaus „fairness“ in der Beethovenstraße beteiligt sich an der Aktion „Werde Radgeber“ von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Stadt Kaiserslautern unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Ökoprogramms.

Zur Verbesserung der Lebensqualität der in Kaiserslautern untergebrachten Flüchtlinge hat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Aktion „Werde Radgeber“ ins Leben gerufen. Fahrräder, die nicht mehr gebraucht werden, werden an Flüchtlinge weitergeleitet, die in ihrer Mobilität oft eingeschränkt sind. Doch nur wer mobil ist, kann am gesellschaftlichen Leben auch wirklich teilhaben.

Ab dem 24. April richtet das fairness-Kaufhaus dazu eine Annahme und Abgabestelle ein, an welcher ausgediente aber noch verkehrstüchtige Fahrräder abgegeben und von AsylbewerberInnen mit entsprechenden Ausweisdokumenten abgeholt werden können.

Unterstützt wird das fairness-Kaufhaus von der Stadt Kaiserslautern im Rahmen des Ökoprogramms. Damit das Vorhaben erfolgreich wird, ist die Bevölkerung dazu aufgerufen, Fahrräder zu spenden. Diese können während der Öffnungszeiten (Mo.+Mi.+Do. 10-18Uhr, Di.+Fr.+Sa. 10-14 Uhr) im fairness-Kaufhaus Kaiserslautern, Beethovenstr. 56 abgegeben werden.

Pressekontakt:
Lebenswerk eG
Herr Joachim Geimer
Tel: 0631 624 893 58
E-Mail: joachim.geimer@lebenswerk-eg.de

Plakatkampagne „Willkommen in KL“ seit dieser Woche in der Stadt zu sehen

Die Plakatkampagne „Willkommen in Kaiserslautern ­– Den Flüchtlingen ein Gesicht geben“ ist seit dieser Woche überall in der Stadt zu sehen. „Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen“, so Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel am Dienstag Abend bei der kleinen Eröffnungsfeier an der Bushaltestelle in der Fruchthallstraße, wo die Plakate ebenfalls aufgehängt wurden. „Die Fotos sollen klare Signale dafür sein, dass Flüchtlinge in Kaiserslautern willkommen sind“, so das Stadtoberhaupt. Weichel bedankte sich ausdrücklich beim Initiator der Kampagne, dem Fotografen Thomas Brenner, der in ehrenamtlicher Arbeit nicht nur die Fotos beigesteuert, sondern sich auch um die Gestaltung der Plakate sowie das ganze organisatorische Drumherum gekümmert habe. Mitorganisiert wurde die Kampagne von der neugegründeten Stabsstelle Asyl der Stadtverwaltung. „Das sind wirklich tolle Aufnahmen geworden. Meinen allergrößten Dank dafür“, so der OB.

Weichel erläuterte kurz nochmals das Konzept der dreiteiligen Fotokampagne. „Es handelt sich eigentlich um zwei Plakatkampagnen sowie eine Postkartenaktion.“ Für die erste Plakatkampagne, die nun seit gestern in der Stadt zu sehen ist, porträtierte Brenner in den vergangenen Monaten zahlreiche Flüchtlinge, die hier in Kaiserslautern eine Unterkunft gefunden haben. Diese Fotos wurden auf Plakate gedruckt, zusammen mit den Vornamen der Porträtierten sowie einer kurzen Info zu ihrer Herkunft und den Gründen der Flucht. „Sie sollen die Schicksale aufzeigen, die die Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat bewogen haben“, so Weichel. In den betroffenen Gebieten sei Flucht ein Thema, das die gesamte Gesellschaft betreffe, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ausbildungsstand. „Die Flüchtlinge, die hier ankommen, spiegeln eine große Bandbreite wider und genau diese möchten wir mit den Fotos aufzeigen.“

Die so entstandenen Plakate sind ab sofort auch an verschiedenen Stellen in der Stadt in Form von Postkarten erhältlich. Mithilfe der bereits frankierten Postkarten („Porto zahlt Empfänger“) können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich direkt mit guten Wünschen und konkreten Hilfsangeboten an die porträtierten Flüchtlinge wenden. Die Postkarten landen allerdings bei der Stabsstelle Asyl, von wo aus sie weitergeleitet werden. „Wir freuen uns über alle Angebote, egal ob Sachspende, Wohnraumvermittlung oder ehrenamtliche Tätigkeiten“, so der OB.

Von einem „Projekt mit Pilotcharakter“ sprach auch Christoph Dammann, der Leiter des Referats Kultur der Stadt Kaiserslautern. „Die Kampagne ist das Ergebnis einer wunderbaren Zusammenarbeit von Künstler und Stadt“, so Dammann. Er erinnerte an die Fluchtschicksale, die viele Deutsche nach dem zweiten Weltkrieg erleben mussten. „Solche Schicksale können jeden von uns treffen.“ Es sei daher umso wichtiger, dass die Plakate und Postkarten dies vermittelten.

Christoph Dammann ist zugleich einer der Protagonisten der zweiten Plakatkampagne, die sich Thomas Brenner ausgedacht hat. Um „deutlich sichtbare Zeichen der Hilfsbereitschaft und Toleranz“ zu setzen, hält der Fotograf derzeit Menschen des öffentlichen Lebens aus Kaiserslautern mit der Kamera fest. „Ich möchte ganz konkrete Personen des öffentlichen Lebens darstellen, die mit einem offenen Bekenntnis deutlich machen, dass sie Asylsuchende in unserer Stadt willkommen heißen. Das jeweilige Statement wird dann direkt auf das Plakat gedruckt.“ Zum Mitmachen aufgerufen seien alle Geschäftsinhaber in Kaiserslautern, ebenso aber Ärzte, Anwälte oder Restaurantbesitzer. Die bisherige Resonanz sei sehr positiv. „Angedacht ist, dass die Teilnehmer die Plakate in ihrem Laden oder im Schaufenster platzieren“, so der Fotograf. Jeder Teilnehmer erhalte zwei DINA3-große Plakate zur freien Verfügung. Die Teilnahme selbst sei völlig kostenlos, erläutert der Fotograf: „Die Geschäftsleute benötigen lediglich den Mut, sich öffentlich für Flüchtlinge zu bekennen – dennoch freuen wir uns über jede Spende.“

Die Texte und Plakate beider Kampagnen werden von einem Profitexter sowie einem Grafiker unentgeltlich erstellt, die eigentlichen Fotoarbeiten ebenso unentgeltlich von Brenner selbst. Den Druck der Plakate übernehme, so erklärt Brenner, die Firma Brohl, finanziert aus Spenden und Mitteln aus dem Integrationskonzept der Stadtverwaltung.

Den Flüchtlingen ein Gesicht geben

„Hinter den Zahlen stehen Schicksale“

Integration. „Ich habe ja nichts gegen Kriegsflüchtlinge, denen sollte man auf jeden Fall helfen, aber…“, so beginnen derzeit oft Diskussionen. Was folgt sind leider oft Fehlinformationen, Vorurteile oder Ängste vor dem Unbekannten. Der Kaiserslauterer Fotograf Thomas Brenner gibt nun den Flüchtlingsstatistiken ein Gesicht, mitsamt der dahinter stehenden Schicksale.

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„Eine gesamtstädtische Aufgabe, die nur gesamtstädtisch gelöst werden kann“

OB Weichel informierte in der Fruchthalle über Flüchtlingssituation in Kaiserslautern
Gestern Abend informierte Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel in einer Bürgerversammlung in der Fruchthalle zur Flüchtlingssituation in Kaiserslautern. Rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörer interessierten sich für die Vorträge und die anschließende Diskussionsrunde. Zu Gast waren Miguel Vicente von der rheinland-pfälzischen Landesregierung sowie die Podiumsgäste Gisela Fixemer-Reiland (Caritas), Willi Schattner (ASZ), Arthur Harutyunyan (TU, Abteilung für Internationale Studierende), Winfried de Buhr (Reservistenkameradschaft Otterbach e.V.) und Franz-Josef Brandt (Leiter der Polizeidirektion Kaiserslautern). Durch den Abend führte der Vorsitzende des Arbeitskreises „Toleranz und Integration in Kaiserslautern“ („AK TIK“), Stadtjugendpfarrer Detlev Besier.

Nach einem vorgetragenen Flüchtlingsschicksal durch Schauspielerin Madeleine Giese legte Miguel Vicente, Beauftragter für Migration und Integration, die Herausforderungen dar, denen sich das Land Rheinland-Pfalz in der Flüchtlingsarbeit derzeit stellen muss. Gleichzeitig lobte er das große ehrenamtliche Engagement, das sich überall im Bundesland gebildet habe. „Es ist eindrucksvoll, was in Rheinland-Pfalz passiert“, so Vicente. Er lobte zudem ausdrücklich die Idee, die Bürgerinnen und Bürger in Form einer Bürgerversammlung zu informieren. „Das ist genau das Richtige!“

Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel gab in seinem Vortrag zunächst einen Überblick zu den aktuellen Flüchtlingszahlen. In den ersten beiden Monaten seien der Stadt Kaiserslautern vom Land Rheinland-Pfalz 109 Flüchtlinge zugewiesen worden, im März bislang 58. Die Stadt erwarte daher aufgrund dieser Zahlen für 2015 etwa 670 Menschen. „Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, und hinter diesen Menschen Schicksale“, so Weichel. „Die Menschen haben eine Odyssee hinter sich, kommen teilweise traumatisiert von den Erlebnissen im Heimatland und der Reise bei uns an.“ Eine adäquate Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sei daher eine kommunale Pflichtaufgabe und die Stadt Kaiserslautern müsse und wolle dieser Verantwortung auch verlässlich nachkommen.

Das Stadtoberhaupt erläuterte in der Folge das Betreuungskonzept der Stadt, welches zunächst eine Unterbringung in zentralen Gemeinschaftsunterkünften vorsieht: „Aufgrund des hohen Betreuungsaufwands ist eine dezentrale Unterbringung weder personell noch logistisch darstellbar.“ In der Folge gab Weichel einen Überblick über die zwölf bestehenden und geplanten Erstunterkünfte. Die bestehenden Erstunterkünfte am Asternweg und in der Goethestraße seien mit zusammen 280 Plätzen längst voll ausgelastet, weswegen die Stadt weitere Standorte in Planung hat. Unter den Standorten, die Weichel sodann einzeln vorstellte, seien sowohl solche, die innerhalb der nächsten Wochen bezugsfertig sein werden, wie etwa das ehemalige Diabetikerzentrum in der Hahnbrunner Straße, als auch langfristige Lösungen, die erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen werden, so etwa das geplante Containerdorf auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses Euler. Die Standorte seien über das gesamte Stadtgebiet verteilt. „Die Unterbringung von Flüchtlingen ist eine gesamtstädtische Aufgabe, die nur gesamtstädtisch gelöst werden kann“, so Weichel.

Auch zu den bestehenden Netzwerken und Einrichtungen rund um das Thema Asyl informierte das Stadtoberhaupt. „Insbesondere am Asternweg ist eine Welle der Hilfsbereitschaft entstanden, auf die wir verdammt stolz sein können.“ Die anderen Podiumsmitglieder – allesamt in irgendeiner Form in diese Hilfsnetzwerke eingebunden – gaben den Zuhörerinnen und Zuhörern sodann einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Darauf folgte die etwa einstündige Diskussionsrunde, in der die Anwesenden Gelegenheit hatten, Fragen an die Podiumsgäste zu stellen. Die bunt gemischten Fragen drehten sich unter anderem um die Betreuung von Kindern, Sicherheitsaspekte oder um Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Weiterhin gab es konkrete Fragen zum Asylverfahren und zu den aktuellen Flüchtlingszahlen.

Zum Abschluss des Abends trat Thomas Brenner auf die Bühne der Fruchthalle, der den Anwesenden seine Plakatkampagne „Willkommen in Kaiserslautern“ präsentierte, die in den nächsten Wochen im Stadtbild Kaiserslautern erscheinen soll. Detlev Besier bedankte sich in seinem Schlusswort bei allen Anwesenden für die Teilnahme und lud die Bürgerinnen und Bürger zum weiteren Dialog ein. Die Stadt plant weitere Informationsveranstaltungen dieser Art, zunächst direkt vor Ort im Bereich der geplanten Standorte im Diabetikerzentrum und im ehemaligen Dorint-Hotel. Beide sind jedoch noch nicht terminiert.

Fruchthalle Kaiserslautern

Offene Fragen zur Asylthematik in KL? Bürgerversammlung, Fruchthalle, 18. März

Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel lädt am 18. März um 19 Uhr alle Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich zu einer Infoveranstaltung in die Fruchthalle ein.

Geplant sind ein Vortrag zur aktuellen Sitaution bezüglich geplanter Flüchtlingsunterkünfte, eine Podiumsdiskussion sowie im Anschluss die Möglichkeit zum Austausch. Gisela Fixemer-Reiland (Caritas), Will Schattner (ASZ), Arthur Harutyunyan (Diplom-Mathematiker an der Uni KL), Franz-Josef Brandt (Polizei Kaiserslautern) und XY gehören zu den Gästen, die sich gerne den Fragen des Moderators und des Publikums stellen. Im Foyer präsentieren sich das XY und das ASZ mit einem Stand. Hier liegen auch Listen aus für alle, die sich für ehrenamtliches Engagement interessieren oder Wohnraum zur Verfügung stellen möchten.

Flüchtlingsunterkunft: Weichel informiert

Oberbürgermeister Klaus Weichel informiert am Freitag, 20. Februar, über die Pläne der Stadt, das frühere Kreiswehrersatzamt zu einer Flüchtlingsunterkunft werden zu lassen. Weichel lädt alle Bürger aus dem Viertel, in dem das ehemalige Kreiswehrersatzamt liegt, zu einer Teilbürgerversammlung ein. Sie findet um 18 Uhr im Hörsaal C3 auf dem Campus der Hochschule an der Morlauterer Straße statt. Der Hörsaal C3 ist über das Gebäude B zu erreichen. Darüber hinaus wird am 18. März, 19 Uhr, eine Versammlung für alle Bürger zum Thema Flüchtlingsunterkünfte in der Fruchthalle stattfinden. (red)

 

Quelle:Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – Nr. 42
Datum: Donnerstag, 19. Februar 2015
Seite: 14

Diskussionsrunde: Asylunterkunft

Eine Diskussionsrunde mit Oberbürgermeister Klaus Weichel zum Thema Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Kreiswehrersatzamt findet für die Anwohner aus diesem Bereich am Freitag, 20. Februar, um 18 Uhr im Hörsaal C3 der Hochschule (Campus Morlauterer Straße) statt.

Kaiserslautern erwartet eine jährliche Zuweisung von etwa 600 Flüchtlingen. Um diese adäquat versorgen und unterbringen zu können, plant die Stadt, verschiedene Standorte als Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Um die Anwohner rund um den Standort Kreiswehrersatzamt zu informieren, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und offene Fragen zu klären, lädt Oberbürgermeister Klaus Weichel alle interessierten Bürger aus diesem Viertel zu einer Teilbürgerversammlung ein. Darüber hinaus wird am Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr eine Versammlung für alle Bürger Kaiserslauterns in der Fruchthalle stattfinden. (red)

Quelle: Die Rheinpfalz – Marktplatz Regional Kaiserslautern City – Nr. 41
Datum: Mittwoch, den 18. Februar 2015
Seite: 701

Flüchtlingsheim unter Auflagen

Erzhütten/Wiesenthalerhof: Ortsbeirat votiert für Nutzung des Diabeteszentrums Bürger-Büsing-Haus

Für einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD, das Diabeteszentrum Bürger-Büsing-Heim unter bestimmten Auflagen als Gemeinschaftsunterkunft von Flüchtlingen zu nutzen, hat der Ortsbeirat Erzhütten/Wiesenthalerhof bei seiner Sitzung am Mittwochabend mit einer Enthaltung votiert. Eingangs skizzierte Ortsvorsteher Thorsten Peermann die Stationen der Nutzung der Einrichtung, die seit 40 Jahren ihren Standort in Erzhütten hat.

Als Bedingungen für die Nutzung der Immobilie führten Heike Bretz (CDU) und Frank Dietrich (SPD) in ihrem Antrag folgende Punkte auf: Aufnahmekapazität nicht mehr als drei Prozent zur Wohnbevölkerung im Ortsbezirk, kein Aufstellen von Containern für die Flüchtlinge, im Falle eines Ankaufs des Anwesens soll die Verwaltung unmittelbar in die bauleitplanerische Vorbereitung zur Nachnutzung des Areals als Wohngebiet einsteigen. Des Weiteren wurde die Verwaltung aufgefordert, für die Unterbringung von Asylbewerbern eine ordnungsgemäße sachliche und fachliche Betreuung der Flüchtlinge vor Ort sicherzustellen, ebenso eine 24-Stundenbetreuung des Gebäudes durch einen Hausmeister.

„Nur unter Berücksichtigung dieses gesellschaftspolitischen Rahmens können wir dem sozialen Frieden im Umfeld und der Integration der Flüchtlinge und den Einzelschicksalen eine faire Chance geben“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD.

Zuvor erläuterte Günter Andes, der Leiter des Sozialreferats, die Flüchtlingssituation, vor die sich die Stadt Kaiserslautern gestellt sieht. Angesichts stark ansteigender Flüchtlingszahlen, die sich noch in diesem Jahr auf 600 Asylbewerber verdoppeln werden, reichten die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten im Asternweg nicht aus.

„Wir sind nicht in der Lage, auf geeigneten Wohnraum zu verzichten“, verwies Andes auf eine Reihe von Gemeinschaftsunterkünften, die Oberbürgermeister Klaus Weichel ins Gespräch gebracht hatte: die Wohnanlage 1 bis 7 an der Alten Brücke, Wohnhäuser der Bau AG um den Verbrauchermarkt Kaufland, das frühere Kreiswehrersatzamt, das ehemalige Dorint-Hotel, ein Containerstandort und das Diabeteszentrum in Erzhütten.

Das Diabeteszentrum sei der Bauverwaltung von der Eigentümerin zur Verwertung beziehungsweise zum Kauf angeboten worden. Es sei beabsichtigt, dass die Stiftung Bürgerhospital für die Immobilie ein Nutzungskonzept erstelle und sie ab April für zwei Jahre anmietet.

Eine gute Betreuung der Asylbewerber, wie sie im Asternweg vom Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ASZ) mit großem Erfolg praktiziert werde, soll auch den maximal 80 Flüchtlingen im Diabeteszentrum zuteil werden, sagte Andes. Auch wenn eine dezentrale Unterbringung wünschenswert wäre, biete eine zunächst zentrale Erstaufnahme mit einer Sozialbetreuung, wie sie im Asternweg durchgeführt wird, die bessere Chance zur Integration.

Nach Anerkennung des Asylverfahrens, das sechs Monate dauern kann, werde den Flüchtlingen bei der Anmietung von eigenen Wohnungen geholfen, so Andes. Das Jobcenter übernehme eine Mietgarantie. Den Flüchtlingen liege daran, die deutsche Sprache zu erlernen. Auch wollten die Leute beschäftigt sein, verwies der städtische Referatsleiter auf Ein-Euro-Jobs als sozialpädagogische Maßnahme.

Bedenken, die Sebastian Stab (CDU) beschäftigen, wie Lärmemission (80 neue Nachbarn), Nahversorgung, die Situation von Hygiene und Hauswirtschaft sowie die Integration in Kindertagesstätte und Schule, hielt Andes ein normales menschliches Verhalten der Flüchtlinge und eine gute sozialpädagogische Betreuung entgegen. Der Oberbürgermeister habe die Flüchtlingspolitik zur Chefsache erklärt und eigens dazu eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

Alexander Pongracz von dieser Stelle erklärte dazu, dass es Weichel wichtig sei, die Bürger bei der Belegung von Gebäuden mit Flüchtlingen mitzunehmen und die Situation in der Balance zu halten.

Petra Janson-Peermann (SPD) schlug in der Sitzung vor, einen „Arbeitskreis Hütte“ zu bilden, um den Flüchtlingen besser helfen zu können. (jsw)

 

Quelle: Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – Nr. 37
Datum: Freitag, 13. Februar 2015
Seite: 14

Gestern Abend: Weichel informiert Anwohner

Oberbürgermeister Klaus Weichel hat gestern Abend gut 200 Anwohner über die Pläne informiert, wie das frühere Kreiswehrersatzamt zur Flüchtlingsunterkunft umgestaltet wird. Es soll im dritten Quartal des Jahres bezugsfertig sein. Gleichzeitig verwies Weichel darauf, das weitere Unterkünfte benötigt werden. Das Gebäude des früheren Diabetiker-Zentrums in Erzhütten werde die Stadt anmieten, über die Nutzung des früheren Dorint-Hotels liefen Gespräche. Bei der gestrigen Veranstaltung in der Hochschule Kaiserslautern an der Morlauterer Straße erläuterten Willi Schattner, Leiter des Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrums, Gisela Fixemer-Reiland vom Netzwerk Migration und Integration, Detlev Besier, Leiter des Arbeitskreises Toleranz und Integration in Kaiserslautern, und Pfarrer Andreas Keller die Konzepte zur Betreuung der Flüchtlinge und lobten das ehrenamtliche und christliche Engagement vieler Helfer. Die Autorin Madeleine Giese schilderte ein Flüchtlingsschicksal. (dür)

 

Quelle: Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – Nr. 44
Datum: Samstag, 21. Februar 2015
Seite: 17