Beiträge

Spielzimmer für Kinder in Gemeinschaftsunterkunft Post eröffnet

Realisiert dank großzügiger Spenden von Stadtsparkasse und real,-

 

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel wurde heute Morgen in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Hauptpost ein Spielzimmer für Kinder offiziell eröffnet. Ebenfalls mit dabei waren DRK-Kreisgeschäftsführer Marco Prinz, die Geschäftsleiterin des real-Marktes, Heike Hohlfeld, sowie der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, Karl-Heinz Dielmann.

Die Idee, ein Spielzimmer einzurichten, sei bei einer Begehung der Unterkunft vor einigen Wochen entstanden, so Weichel, woraufhin man in Abstimmung mit dem Sozialreferat sowie dem für die Betreuung der Unterkunft zuständigen DRK beschloss, einen eigentlich als Wohnung vorgesehenen Raum zu einem Spielzimmer umzugestalten. Vorangetrieben worden sei das Projekt sodann von der Stabsstelle Asyl, die gemeinsam mit der Leiterin der Unterkunft, Birgit Steinmann (DRK), alle erdenklichen Spenden wie Tische und Stühlchen, Bücher und Spielzeug für kleine und große Kinder akquiriert habe. Weitere Unterstützung fand man bei real,- und bei der Stadtsparkasse, die beide die Einrichtung des Spielzimmers mit jeweils 500 Euro finanziell unterstützten. real,- steuerte zudem noch viele Einrichtungsgegenstände und Spielzeug bei. „Hier haben viele Rädchen ineinander gegriffen, dank vieler wohlwollender Hände ist hier ein wirklich schönes Gemeinschaftswerk entstanden“, freute sich der OB.

 

Bildunterschrift: Gute Laune heute Morgen im Spielzimmer: OB Klaus Weichel, Marco Prinz, Karl-Heinz Dielmann, Heike Hohlfeld, Birgit Steinmann, Bärbel Eichardt. © Stadt Kaiserslautern

Von Festen und vom Feiern in der Post

Seit November füllt sich das Gebäude, das in Kaiserslautern auch als „die
Hauptpost“ bekannt ist, wieder mit Leben. Viele Jahre lang waren die Fenster
in der oberen Etage des Hauses dunkel gewesen, „zu vermieten“ Schilder
hingen in den Fenstern. Wer heute in den frühen Abendstunden an dem
Gebäude vorbeifährt, sieht hell erleuchtete Fenster. Wo früher trockene
Formulare bearbeitet wurden, kann man heute Kinderlachen hören. Das
ehemalige Bürogebäude ist zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge
geworden. Ein Zuhause auf Zeit für Menschen, die ihr eigenes Zuhause oft
auf tragische Weise verloren haben. Doch wie sieht das Leben in der
Gemeinschafts-unterkunft Post – kurz auch GUP genannt – aus? Wie ist der
Alltag der Menschen, die dort leben? Und wer sind sie? In einer kleinen Reihe
möchte das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Kaiserslautern-Stadt e.V., das
die soziale Betreuung der Flüchtlinge in der GUP übernommen hat, über den
Alltag in der Unterkunft berichten.

 
Feste spielen im täglichen Leben in der Gemeinschaftsunterkunft Post eine
große Rolle. Denn wo viele Nationen zusammenkommen, da gibt es auch
immer wieder Feste, die gemeinsam gefeiert werden können und die
Menschen der unterschiedlichsten Nationen zusammenrücken lassen.
Eine große Überraschung gab es für die weiblichen Mitarbeiter der
Gemeinschaftsunterkunft Post beim Internationalen Frauentag am 8. März.
Während er in Deutschland eher ein Schattendasein fristet, wird er in Ländern
wie Syrien oder Armenien ganz groß gefeiert. Und so legten männliche
Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft zusammen, und schenkten den
Mitarbeiterinnen herrliche Tulpensträuße, die viele Tage lang die Büros
zierten.

 
Vor wenigen Tagen feierten die iranischen Bewohner „Nouruz“, das
Neujahrsfest. Natürlich wurde allerseits herzlich alles Gute für das neue Jahr
gewünscht. In ihrer Situation bedeutet dieser Wunsch besonders viel.
Schließlich wird es für die meisten von ihnen die Entscheidung bringen, was
die Zukunft für sie bringen wird. Sie werden sich in einer neuen Umgebung
einleben und einen Platz in unserer Gesellschaft finden müssen. Insofern ist
dieses Neujahrsfest für die Bewohner ein ganz besonderer Jahreswechsel.
Natürlich waren die fröhlichen Feierlichkeiten nicht ungetrübt, denn die
meisten Menschen haben an diesem Tag natürlich ihre Familien in der Heimat
vermisst.

 

Ähnlich schmerzlich war für die syrischen Bewohner der „Id al-Umm“, der
syrische Muttertag am 21. März. Es flossen an diesem Tag viele Tränen, weil
die daheimgebliebenen Mütter und Ehefrauen an diesem Tag natürlich
besonders vermisst wurden. Es gab viele persönliche Gespräche, aber auch
Gratulationen, denn die meisten Mitarbeiterinnen in der Gemeinschaftsunterkunft
Post sind Mütter, was die syrischen Bewohner würdigen wollten.
Nun steht wieder Fröhlicheres an. Das Haus freut sich auf das Osterfest. Für
die im Haus lebenden Christen ist das erste Osterfest in Kaiserslautern ein
Erlebnis, auf das sie sich freuen. Die muslimischen Bewohner sehen dem
Osterfest mit großem Interesse entgegen. Die deutschen Osterbräuche sind
ihnen fremd. Die Kinder staunen über bunte Eier und Schokoladenhasen. Die
Erwachsenen interessieren sich natürlich auch für die religiösen Hintergründe.
Für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft ist es ein besonderes
Anliegen, deutsche Kultur kennenzulernen und deutsche Feste zu feiern.
Daher haben die Bewohner des Hauses an Gründonnerstag gemeinsam mit
den Mitarbeitern ein buntes Osterfest gefeiert. Gemeinsam wurden Ostereier
und österliche Dekoration gebastelt. Derweil versteckten die Mitarbeiter in der
Gemeinschaftsunterkunft Ostereier, die von den Kindern anschließend eifrig
gesucht wurden. Die Bewohner aus verschiedenen Nationen waren angetan
von den deutschen Osterbräuchen.

 
„Das große Interesse an der deutschen Kultur und die aktive Nachfrage der
Flüchtlinge zum gemeinsamen Feiern, sehen wir mit großer Freude und
kommen dem Wunsch der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Post
diesbezüglich natürlich gerne entgegen. Es ist ein wichtiger Schritt in eine
gelungene Integration der Menschen in unsere Gesellschaft“, sagt
Kreisgeschäftsführer Marco Prinz. „Wir sind dankbar, dass wir für unsere
Arbeit aus der Bevölkerung Unterstützung erhalten“, fügt er an.
Wer die Flüchtlingshilfe des DRK Kreisverbandes Kaiserslautern-Stadt
finanziell unterstützen möchte, kann dies unter dem Kennwort „DRKFlüchtlingshilfe
KL“ unter der IBAN-Nummer DE IBAN DE56 5405 0110 0000
1282 80, Stadtsparkasse Kaiserslautern) tun.
Sachspenden für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Post können
direkt in der Logenstraße 37, abgegeben werden. Auch ehrenamtliches
Engagement ist herzlich willkommen. Informationen hierzu gibt es unter der
Telefonnummer 0631 80093460 (Miriam Dieckvoß) und unter der E-Mail
Adresse m.dieckvoss@kv-kls.drk.de. (md)