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Tolles Miteinander der Kulturen beim Fest der Begegnung

Das erste „Fest der Begegnung“ im Bürger-Büsing-Heim in der Hahnbrunner Straße war ein voller Erfolg. Der neu gegründete Arbeitskreis „Schutz-Hütte“, das Arbeits- und Sozialpädagogische Zentrum, der Heimatverein Erzhütten-Wiesenthalerhof sowie die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft hatten am Samstag, dem 15. August, alle interessieren Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
„Im Mittelpunkt stand die Begegnung und das Kennenlernen unter Nachbarn, wozu das Fest einen großen Beitrag geleistet hat“, so Ortsvorsteher Torsten Peermann. „Und für das leibliche Wohl war dabei natürlich ebenfalls bestens gesorgt.“ Das Besondere: Die Flüchtlinge beteiligten sich mit vielen landestypischen Speisen, die auf großes Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern stießen. Kuchen und Salatspenden der Mitglieder des Arbeitskreises Schutz-Hütte rundeten das breite kulinarische Angebot ab.
Peermann bedankte sich bei den vielen Helferinnen und Helfern sowie bei ASK, SWK, WVE GmbH und einer Hütterer Bürgerin, die das Fest finanziell unterstützt hatten. Ein spezieller Dank ging an die IKEA-Niederlassung in Kaiserslautern, die Dekomaterial und Strandstühle zur Verfügung gestellt hatte.
Viel zu bieten hatte das Fest der Begegnung vor allem für Kinder und Jugendliche. „Auf Pedalos und Stelzen konnten die zahlreichen Kinder aus dem Bürger-Büsing-Heim und der Nachbarschaft ihre Geschicklichkeit erproben.“, so Peermann. Aktionen wie Kinderschminken, gemeinsames Singen und Basteln gehörten ebenso dazu. Junge Mitglieder vom Leo-Club Kaiserslautern hatten sich zudem spontan entschlossen, Volleyball und Boule anzubieten. Ein Angebot, das auch viele Erwachsene gerne nutzten.

 

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Viele Besucher nutztenn auch Gelegenheit, die Räume des „Bürger-Büsing-Hauses“ in Augenschein zu nehmen, um sich so persönlich einen Eindruck vom Leben ihrer neuen Nachbarn machen zu können. „Besonders erfreulich ist, dass zwei Besucher sich zur Übernahme von Patenschaften für Bewohner entschlossen haben“, so Peermann, der sichtlich stolz ist auf die „tolle Willkommenskultur“ im Ortsbezirk Erzhütten/Wiesenthalerhof. „Es haben sich unglaublich schnell Ehrenamtliche gefunden, die hier in Ihrer Freizeit mithelfen“, freut sich der Ortsvorsteher. So werde dreimal in der Woche ein „Deutschkurs“ angeboten, der von den „neuen Hütterern“ sehr gut angenommen werde.  Auch regelmäßige  gemeinsame Einkaufsfahrten stehen auf dem Programm.
Die Unterkunft in der Hahnbrunner Straße ist seit Juni 2015 unter Leitung des Arbeits- und sozialpädagogisches Zentrum in Nutzung. Momentan leben dort 60 Personen, davon 20 Kinder aus Syrien, Iran, Libanon, Eritrea, Georgien, Mazedonien und weiteren Ländern.

Flüchtlingsheim unter Auflagen

Erzhütten/Wiesenthalerhof: Ortsbeirat votiert für Nutzung des Diabeteszentrums Bürger-Büsing-Haus

Für einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD, das Diabeteszentrum Bürger-Büsing-Heim unter bestimmten Auflagen als Gemeinschaftsunterkunft von Flüchtlingen zu nutzen, hat der Ortsbeirat Erzhütten/Wiesenthalerhof bei seiner Sitzung am Mittwochabend mit einer Enthaltung votiert. Eingangs skizzierte Ortsvorsteher Thorsten Peermann die Stationen der Nutzung der Einrichtung, die seit 40 Jahren ihren Standort in Erzhütten hat.

Als Bedingungen für die Nutzung der Immobilie führten Heike Bretz (CDU) und Frank Dietrich (SPD) in ihrem Antrag folgende Punkte auf: Aufnahmekapazität nicht mehr als drei Prozent zur Wohnbevölkerung im Ortsbezirk, kein Aufstellen von Containern für die Flüchtlinge, im Falle eines Ankaufs des Anwesens soll die Verwaltung unmittelbar in die bauleitplanerische Vorbereitung zur Nachnutzung des Areals als Wohngebiet einsteigen. Des Weiteren wurde die Verwaltung aufgefordert, für die Unterbringung von Asylbewerbern eine ordnungsgemäße sachliche und fachliche Betreuung der Flüchtlinge vor Ort sicherzustellen, ebenso eine 24-Stundenbetreuung des Gebäudes durch einen Hausmeister.

„Nur unter Berücksichtigung dieses gesellschaftspolitischen Rahmens können wir dem sozialen Frieden im Umfeld und der Integration der Flüchtlinge und den Einzelschicksalen eine faire Chance geben“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD.

Zuvor erläuterte Günter Andes, der Leiter des Sozialreferats, die Flüchtlingssituation, vor die sich die Stadt Kaiserslautern gestellt sieht. Angesichts stark ansteigender Flüchtlingszahlen, die sich noch in diesem Jahr auf 600 Asylbewerber verdoppeln werden, reichten die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten im Asternweg nicht aus.

„Wir sind nicht in der Lage, auf geeigneten Wohnraum zu verzichten“, verwies Andes auf eine Reihe von Gemeinschaftsunterkünften, die Oberbürgermeister Klaus Weichel ins Gespräch gebracht hatte: die Wohnanlage 1 bis 7 an der Alten Brücke, Wohnhäuser der Bau AG um den Verbrauchermarkt Kaufland, das frühere Kreiswehrersatzamt, das ehemalige Dorint-Hotel, ein Containerstandort und das Diabeteszentrum in Erzhütten.

Das Diabeteszentrum sei der Bauverwaltung von der Eigentümerin zur Verwertung beziehungsweise zum Kauf angeboten worden. Es sei beabsichtigt, dass die Stiftung Bürgerhospital für die Immobilie ein Nutzungskonzept erstelle und sie ab April für zwei Jahre anmietet.

Eine gute Betreuung der Asylbewerber, wie sie im Asternweg vom Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ASZ) mit großem Erfolg praktiziert werde, soll auch den maximal 80 Flüchtlingen im Diabeteszentrum zuteil werden, sagte Andes. Auch wenn eine dezentrale Unterbringung wünschenswert wäre, biete eine zunächst zentrale Erstaufnahme mit einer Sozialbetreuung, wie sie im Asternweg durchgeführt wird, die bessere Chance zur Integration.

Nach Anerkennung des Asylverfahrens, das sechs Monate dauern kann, werde den Flüchtlingen bei der Anmietung von eigenen Wohnungen geholfen, so Andes. Das Jobcenter übernehme eine Mietgarantie. Den Flüchtlingen liege daran, die deutsche Sprache zu erlernen. Auch wollten die Leute beschäftigt sein, verwies der städtische Referatsleiter auf Ein-Euro-Jobs als sozialpädagogische Maßnahme.

Bedenken, die Sebastian Stab (CDU) beschäftigen, wie Lärmemission (80 neue Nachbarn), Nahversorgung, die Situation von Hygiene und Hauswirtschaft sowie die Integration in Kindertagesstätte und Schule, hielt Andes ein normales menschliches Verhalten der Flüchtlinge und eine gute sozialpädagogische Betreuung entgegen. Der Oberbürgermeister habe die Flüchtlingspolitik zur Chefsache erklärt und eigens dazu eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

Alexander Pongracz von dieser Stelle erklärte dazu, dass es Weichel wichtig sei, die Bürger bei der Belegung von Gebäuden mit Flüchtlingen mitzunehmen und die Situation in der Balance zu halten.

Petra Janson-Peermann (SPD) schlug in der Sitzung vor, einen „Arbeitskreis Hütte“ zu bilden, um den Flüchtlingen besser helfen zu können. (jsw)

 

Quelle: Die Rheinpfalz – Pfälzische Volkszeitung – Nr. 37
Datum: Freitag, 13. Februar 2015
Seite: 14