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Modellprojekt soll sprachliche Hürden zu Flüchtlingen abbauen

Stadt- und Kreisverwaltung nehmen am „Virtuellen Dolmetscherpool“ teil

 

Immer mehr Menschen suchen Zuflucht in Deutschland. Keine oder nur geringe Deutschkenntnisse der Flüchtlinge beziehungsweise fehlende Sprachkenntnisse der Ansprechpartner in den „Flüchtlingssprachen“ erschweren die Kommunikation und führen oft zu Irritationen und erhöhten Anforderungen an die Betreuung. Von diesem Phänomen wissen nicht nur die Mitarbeiter der Verwaltungen zu berichten, auch in den Schulen oder im medizinischen Bereich ist es präsent.
Um die Sprachbarrieren zu den Flüchtlingen zu reduzieren, wurde von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. das Modellprojekt „Virtueller Dolmetscherpool“ ins Leben gerufen und finanziert.  Mit dem sechsmonatigen Pilotprojekt, das am 1. Juni startete, unterstützt das Land Rheinland-Pfalz Kommunen beim Umgang mit Flüchtlingen. Die Idee: Die Verwaltungsmitarbeiter können kostenfrei Dolmetscher anfordern, deren Dienste telefonisch zur Verfügung gestellt werden, und bei Bedarf jederzeit angefordert werden können.
Die Dolmetscher sind allesamt Absolventen oder fortgeschrittene Studierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation. Frau Prof. Andrea Cnyrim von der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und Herr Prof. Bernd Meyer von der Gutenberg-Universität betreuen das Projekt fachlich. Dabei erfahren sie Unterstützung vom Landesbeauftragten für Integration und Migration, Miguel Vicente.
Stadt und Landkreis Kaiserslautern nehmen gemeinsam an dem Projekt teil. Weitere Projektteilnehmer sind die Stadt Landau, der Landkreis Mayen-Koblenz sowie die Verbandsgemeinde Freinsheim. Für  die entsprechenden Verwaltungsmitarbeiter/-innen aus dem Raum Kaiserslautern fand am vergangenen Donnerstag eine Schulung im kleinen Ratssaal im Rathaus der Stadt Kaiserslautern statt.
Prof.  Cnyrim stellte dabei das Projekt zusammen mit Alexandre Bakhtiarov und Anna Kindler zunächst fachlich vor. Als Koordinatoren betreuen Bakhtiarov und Kindler den Dolmetscherpool, von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 16 Uhr. „Wenn Sie bei uns anrufen, vermitteln wir Ihnen einen unserer Dolmetscher, entweder sofort oder zu einem späteren Termin“, erklärte Bakhtiarov den Verwaltungsmitarbeitern den Ablauf des Übersetzungsdienstes. „Der Dolmetscherpool ist aber auch über die Homepage dolmetscherpool.org zu erreichen“, so Bakhtiarov weiter. Auch hier können Verwaltungsangehörige Gesprächstermine vereinbaren oder wichtige Dokumente mit den Dolmetschern austauschen.

 

Die Entwicklungsagentur hat zu dem Projekt ein Video erstellt.