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Leiter von Deutschkursen für Migrantenkinder tauschen Erfahrungen aus

Workshop des Pädagogischen Landesinstituts im Theodor-Zink-Museum

 

Flüchtlingskinder in Schule und Alltag zu integrieren stellt aktuell eine große Herausforderung dar. Das Deutschlernen spielt dabei eine zentrale Rolle. Rund 15 Lehrerinnen und Lehrer, die an weiterführenden Schulen der Stadt Deutschkurse für Nichtmuttersprachler anbieten, trafen sich nun im Rahmen eines Workshops in der Scheune des Theodor-Zink-Museums.

Ziel sei der gegenseitige Erfahrungsaustausch sowie die Vernetzung der Schulen mit außerschulischen Institutionen und Beratungsangeboten, so Barbara Ebrecht von der Beratergruppe Sprachförderung des Pädagogischen Landesinstituts in Speyer, die den Workshop gemeinsam mit ihren Kolleginnen Carmen Lutz und Verena Maurer leitete. „Wie gehen wir mit den Flüchtlingskindern um, wie können wir vorgehen, um sie zu fördern?“, so formulierte sie die Kernfragen, um die es bei dem Treffen ging.

Angeregt wurde der Workshop von Sabine Michels, seit Beginn des Jahres Kommunale Bildungskoordinatorin der Stadt Kaiserslautern. Ebenfalls mit dabei waren Adeline Henning, Bildungskoordinatorin des Donnersbergkreises, sowie Beqir Karimani, Bildungskoordinator des Landkreises Kaiserslautern.

Workshop „Für Integration und Arbeit“ in der Stadtmission

Gemeinsam!
Für Integration und Arbeit
Ehrenamt und Hauptamt in der Flüchtlingshilfe

Workshop

27. April 2017
17:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Ort: Evangelische Stadtmission, Brüderstr. 1, 67659 Kaiserslautern

Geflüchtete wollen nicht untätig sein. Sie suchen und brauchen Arbeit. Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt es dabei viele.
Selbst gut qualifizierte Geflüchtete brauchen Hilfe und Begleitung, um einen Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben zu finden oder eine Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen.

An dieser Stelle ist Ehrenamt ein unverzichtbarer und wichtiger Faktor.
Um die Geflüchteten bestmöglich bei der Integration in die Arbeitswelt zu begleiten, bedarf es vieler unterschiedlicher Informationen.

Deshalb haben wir in unseren Workshop wichtige Ansprechpartner eingeladen, die Informationen an Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe weiter geben und für Fragen zur Verfügung stehen.

Zugesagt haben Vertreter und Vertreterinnen der Kaiserslauterer Ausländerbehörde, dem BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland e.V.), dem DEHOGA Kaiserslautern (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), der Handwerkskammer der Pfalz, der IHK Pfalz, dem IQ Netzwerk für Integration und Qualifizierung, dem Jobcenter Kaiserslautern, dem Ökologieprogramm der Stadt Kaiserslautern und der Neuen Arbeit Westpfalz.

 

Das Programm:

16:30 Uhr: Ankommen

17:00 Uhr: Begrüßung und Organisatorisches

17:15 Uhr: Aktuelle Entwicklungen in Kaiserslautern (Stabsstelle Asyl, Sabine Michels, Bildungskoordinatorin)

17:30 Uhr: Angebote zur beruflichen Integration (Jobcenter Kaiserslautern, Mario Leppla, Teamleiter)

18:00 Uhr: Unsere Fragen an die Expertinnen und Experten / Kennenlernen und Austausch

18:30 Uhr: Pause / Kleiner Imbiss

19:00 Uhr: Speeddating 1 an Thementischen, Expertinnen/Experten beantworten Ihre Fragen

Tisch- und Themenwechsel

19.30 Uhr: Speeddating 2 an Thementischen, Expertinnen/Experten beantworten Ihre Fragen

20:00 Uhr: Berichte von den Thementischen

20:30 Uhr: Verabschiedung

Anmeldung*:
Bitte melden Sie sich bis zum 21. April an.
Per E-Mail: Katharina.Wisniewski@asz-kl.de
Oder bei der Freiwilligen Agentur Kaiserslautern:
Per Telefon: 0631 – 365 44 71

Wir freuen uns auf Sie!

ASZ, Team Ehrenamt, Katharina Wisniewski-Hoffmann
Caritas, Projekt BIK, Markus Haus
DRK, Ehrenamtskoordination Alte Post, Miriam Dieckvoß
Freiwilligen Agentur, Lydia Müller
Neue Arbeit Westpfalz, Wohnen in P 90, Andreas Philipp Breier
Neue Arbeit Westpfalz, P 4, Katharina Rewin

*Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Theaterworkshop für Geflüchtete findet großen Anklang

Gemeinsames Projekt von Jugendberufsagentur,  Pfalztheater und Stabsstelle Asyl

Wer am vergangenen Wochenende in den Morgenstunden die Scheune des Stadtmuseums betrat, bekam ein unerwartetes Schauspiel geboten. „Juckreiz, Stufe 5!“ ruft Katja Bach. In der Mitte des Raumes stehen zwanzig junge Leute, die auf Kommando alle anfangen, sich wild zu kratzen. Einer reibt sich mit dem Rücken an einem Pfosten, der nächste wirft sich vor imaginärem Juckreiz auf den Boden, windet sich vor Pein. „Gut, ok, Stop!“, so Bach.
Unter dem Motto „In Bewegung“ hatten die Jugendberufsagentur,  das Pfalztheater und die städtische Stabsstelle Asyl junge Geflüchtete zum Theaterworkshop geladen, der von Katja Bach, Theaterpädagogin am Pfalztheater, und der Tanzpädagogin Susanne Adam geleitet wurde. Die Idee zu dem Workshop haben die beiden gemeinsam mit Sabine Michels von der Stabsstelle Asyl im vergangenen Sommer entwickelt. „Die Menschen, die in der letzten Zeit zu uns gekommen sind, müssen ein großes Quantum an Lernen absolvieren – und immer geht es über Sprache und Worte“, erläutert Michels den Hintergrund. So habe man sich gemeinsam überlegt, ob man dieser eher einseitigen Form des Lernens eine weitere Ebene des Erlebens und Ausdrückens hinzufügen könnte. Und man sei auf das Darstellerische, den körperlichen Ausdruck gekommen. „Zudem ist das Angebot, sich über Bewegung und Mimik auszudrücken und miteinander in Kontakt zu kommen, eine wunderbare Möglichkeit, Nationen zusammenzubringen, und zwar ohne die ansonsten stets vorhandene  Hürde der Sprache“, erzählt Bach.
Via Jugendberufsagentur, wo man in Person von Kerstin Heinzmann direkt auf offene Ohren stieß, habe man sich mit dem Angebot gezielt an junge Erwachsene gewandt, die gerade einen Sprachkurs absolvieren. Ursprünglich war der Kurs für 15 Personen ausgelegt, aufgrund des großen Interesses aber sei der Teilnehmerkreis auf 20 Personen erweitert worden, darunter Menschen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Los ging es dann am Freitagmorgen um 10 Uhr. „Nach 15 Minuten waren sie aufgetaut, danach hat das Ganze eine Eigendynamik bekommen, wie ich sie noch selten erlebt habe“, zeigt sich Bach von ihrer Gruppe beeindruckt.
Wer die Gruppe beobachtet, weiß sofort, was sie meint. Während der gemeinsamen Juckreizdarbietung explodiert der Raum geradezu. Aus gemeinsamem Kratzen wird immer mehr gemeinsames Lachen. Man applaudiert, jubelt, klatscht sich ab. Es herrscht beste Stimmung. „Das gemeinsame Erleben steht im Vordergrund“, so Adam. „Es muss Elemente zum Austoben geben, und ebenso ruhige Momente.“
Und auch wenn aufgrund der professionellen Leitung des Workshops  durch die beiden Theaterpädagoginnen die Stimmung rundweg heiter ist: Gegen Ende der Veranstaltung ist die Anstrengung in den Gesichtern der Teilnehmer deutlich sichtbar. Der stete Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung, individueller Darstellung und Fokussierung des Gruppengeschehens ist über die Dauer des Workshops durchaus eine Herausforderung für jeden Einzelnen.  „Das war genau die Absicht des Seminars“, so Michels. Die Teilnehmer lernen hier Kompetenzen, die ihnen dann wiederum für das Lernen zur Verfügung stehen. „Es wäre wünschenswert, wenn wir ein solches Angebot dauerhaft etablieren könnten.“